19 Islamisten sind bei einer Razzia in Frankreich festgenommen worden - einen Tag nach der Beerdigung des Serienmörders von Toulouse Mohamed Merah. Der Einsatz habe nicht in direktem Zusammenhang mit den Anschlägen von Mohamed Merah gestanden, der bei drei Attentaten in Toulouse und Montauban sieben Menschen erschossen hatte, so Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy. Im Rahmen der Durchsuchungen habe die Polizei auch mehrere Sturmgewehre vom Typ Kalaschnikow beschlagnahmt, sagte Sarkozy am Freitag dem Sender Europe 1.
Anführer einer islamistischen Gruppe festgenommen
Nach Informationen aus Ermittlerkreisen war die Polizei am Morgen vor allem in Toulouse und Nantes im Einsatz. Demnach wurde dort der Anführer der islamistischen Gruppe Forsane Alizza, Mohammed Achamlane, festgenommen. Drei Kalaschnikows, eine Pistole und eine Granate seien bei ihm sichergestellt worden. Die Gruppe war im Januar verboten worden. Nach den Erkenntnissen der Regierung bildet sie ihre Anhänger zum bewaffneten Kampf aus und strebt die Herrschaft des Islams in Frankreich an.
Trauma nach Toulouse
Derartige Aktionen würden fortgesetzt, sagte Staatschef Sarkozy in Paris. Die Anschläge von Toulouse seien ein "Trauma", das "ein wenig" dem Trauma nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York und Washington entspreche, sagte Sarkozy. Er hatte nach dem Tod Merahs bei einem Polizeieinsatz am 22. März die Sicherheitskräfte aufgefordert, die Gefährlichkeit von Verdächtigen zu überprüfen, die für ihre Sympathien für islamistische Ideen bekannt sind.
Mohamed Merah wurde beerdigt
Merah wurde am Donnerstagabend auf dem muslimischen Teil des Friedhofs von Cornebarrieu am Stadtrand von Toulouse beerdigt. Die Stadtverwaltung hatte zuvor vergeblich versucht, die Bestattung in Toulouse zu verhindern. Algerien hatte eine Beisetzung des Attentäters auf algerischem Boden, wie sie von der Familie gewünscht wurde, aus Sicherheitsgründen abgelehnt. Da Merah französischer Staatsbürger war, bestand ein Anspruch auf seine Beisetzung in Frankreich. Der 23-Jährige hatte sich als Mitglied des islamistischen Terrornetzwerks Al-Kaida bezeichnet. afp/AZ