Nach dem Besuch des bekannten KitKatClubs in Berlin ist ein Gast an einer bakteriellen Hirnhautentzündung erkrankt. Nach ersten Erkenntnissen kam es in dem Techno-Club zur Ansteckung mit der Meningokokken-Meningitis, wie das Bezirksamt Berlin-Reinickendorf am Dienstag mitteilte. Menschen, die den Club am Samstag besucht hatten, sollten sich "unverzüglich vorbeugend behandeln" lassen. "Bitte suchen Sie sofort ihre Hausärztin, ihren Hausarzt oder die Rettungsstelle eines Krankenhauses auf", teilte die Behörde am Dienstag mit.
Meningitis-Alarm in Berliner KitKatClub: Club ist als freizügig bekannt
Die Ansteckung erfolge über Flüssigkeiten aus dem Mund- und Rachenraum. "In der Regel ist dazu ein sehr enger Kontakt nötig. Die vorbeugende Behandlung besteht üblicherweise aus der Einnahme eines Antibiotikums", hieß es. Der Club ist als sehr freizügig bekannt, die Gäste können dort vor den Augen anderer Sex haben.
Eine bakterielle Hirnhautentzündung sei eine schwerwiegende Erkrankung, hieß es weiter. Symptome seien starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und Nackensteifigkeit. Innerhalb weniger Stunden könne sich ein lebensbedrohliches Krankheitsbild entwickeln.
Das ist Meningokokken-Meningitis
Wenn man die ersten Symptome einer Menigitis richtig erkennt und sofort zu einem Arzt geht, lassen sich Meningokokken auch gut mit Antibiotika behandeln. Allerdings sind die Symptome eher unspezifisch. Jährlich erkranken in Deutschland rund 600 Menschen an schwerer Meningitis, einer Entzündung des Gewerbes um Rückenmark oder Gehirn, erklärt Prof. Rolf Mertens, Jugendarzt an der Uniklinik Aachen. 2009 starben mehr als zehn Prozent der Meningitis-Patienten. Immunschwache Menschen, Säuglinge, kleine Kinder und Jugendliche sind besonders häufig betroffen.
Unter den gefährlichen bakteriellen Erregern kann man sich gegen Pneumokokken und Meningokokken Typ C impfen lassen. Gegen den am weitesten verbreiteten Typ B gibt es aber noch immer nicht den ersehnten Impfstoff. "Wir hoffen alle darauf, dass da bald etwas gelingt. Die pharmazeutische Industrie müsste sich auch moralisch verpflichtet sehen, mehr zu tun", sagt Mertens. Ohne Behandlung verläuft eine bakterielle Meningitis meist tödlich. Am stärksten gefürchtet ist der septische Schock - dann ist das gesamt Blut mit Bakterien überschwemmt, die Überlebenschancen sind gering. Mario hatte eine schwere Sepsis. (dpa)