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Steilküste: Erneuter Kreideabbruch auf Rügen

Steilküste

Erneuter Kreideabbruch auf Rügen

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    An Rügens Steilküste ist es innerhalb weniger Tage am Samstag erneut zu einem Abbruch von Kreide gekommen. In der vergangenen Woche wurde auf Rügen ein Mädchen verschüttet.
    An Rügens Steilküste ist es innerhalb weniger Tage am Samstag erneut zu einem Abbruch von Kreide gekommen. In der vergangenen Woche wurde auf Rügen ein Mädchen verschüttet. Foto: dpa

    Innerhalb weniger Tage ist es an Rügens Steilküste erneut zu einem Abbruch von Kreide gekommen. Dieses Mal sei der Bereich der Wissower Klinken betroffen, teilte ein Polizeisprecher in Neubrandenburg mit. Menschen seien nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht betroffen. Der Abbruch ereignete sich um 14.16 Uhr. Die genaue Menge konnte zunächst nicht geschätzt werden, weil dichter Nebel die Sicht sehr einschränkte.

    Mehrere Tausend Kubikmeter abgebrochen

    Erst am Montag waren am Kap Arkona mehrere Tausend Kubikmeter Kreide aus der 38 Meter hohen Steilküste gebrochen. Dabei wurde ein aus Nordbrandenburg stammendes Mädchen am Strand vermutlich verschüttet. Seine Mutter und Schwester wurden verletzt.

    Die in der Nacht zum Freitag unterbrochene Suche am Strand wurde wegen des gestiegenen Wasserpegels vorerst nicht fortgesetzt. Mit einer gemeinsamen Schweigeminute haben am Samstag mehr als 50 Besucher an Rügens Kap Arkona der vermissten Katharina N. gedacht.

    Die Steilküsten auf der Insel Rügen

    Die insgesamt rund 15 Kilometer langen Steilküsten sind ein Charakteristikum auf Deutschland größter Insel Rügen.

    Das längste zusammenhänge Stück von mehr als zwölf Kilometern Länge zieht sich als Kreideküste auf der Halbinsel Jasmund im Nordosten der Insel entlang.

    Im Nationalpark Jasmund liegen die markanten Kreidefelsen wie der Königsstuhl, die mehr als 100 Meter in die Höhe ragen.

    Doch auch ganz im Norden wird Rügens 574 Kilometer lange Küstenlinie durch Steilufer begrenzt.

    Bei Kap Arkona fällt ein Felsplateau bis zu 45 Meter zur Ostsee ab.

    Geologisch hat das Steilufer hier eine andere Zusammensetzung.

    Neben Kreide aus Kalkschalen besteht es auch aus dem Gestein Geschiebemergel, einem Überbleibsel aus der letzten Eiszeit.

    Laut Wettervorhersage wird bis 1. Januar ein Pegelstand von 70 Zentimetern über dem Normalpegel bestehen bleiben. Aufgrund der feuchten Wetterlage kommt es laut Polizei immer wieder zu nicht vorhersehbaren kleineren, aber auch größeren Abbrüchen. Folglich weisen die Beamten die Urlauber und Einwohner auf der Insel Rügen nochmals ausdrücklich auf die Gefahren hin, die Spaziergänge unterhalb der Steilküsten in sich bergen. Die Polizei möchte, dass Warnungen und Absperrungen ernst genommen werden, wie es am Samstag weiter hieß.

    Rügen verlor Wahrzeichen

    An den Wissower Klinken unmittelbar neben dem Königsstuhl im Nationalpark Jasmund brechen seit Jahren immer wieder zig Kubikmeter Kreide ab und stürzen auf den darunter liegenden Strand. Im Februar 2005 etwa lösten sich große Teile der Wissower Klinken von der Steilküste. Etwa 50.000 Kubikmeter Kreide fielen damals in Brocken auf den Strand. Rügen verlor damit eines seiner Wahrzeichen. Nahe der Wissower Klinken hatte es zuletzt im Sommer 2011 Abbrüche gegeben. (dapd)

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