Bislang gilt der Absturz der AF 447 mit 228 Menschen an Bord als eine der rätselhaftesten Flugzeugkatastrophen der Geschichte. Das Unglück hatte sich am Pfingstmontag vor zwei Jahren ereignet. Unter den Opfern waren 28 Deutsche. Erst Anfang April dieses Jahres war das Wrack des Airbus in 4000 Metern Tiefe entdeckt worden.
Am Wochenende gelang es Experten, den Flugschreiber der Unglücksmaschine auszulesen. Die Aufzeichnungen seien komplett erhalten. Die Ermittler, darunter zwei Experten der deutschen Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU), können den Flug genau rekonstruieren. Weil der Stimmenrekorder die Gespräche und Geräusche im Cockpit aufgenommen hat, können sogar die letzten Worte der Piloten bald veröffentlicht werden. "Die Auswertungsarbeiten werden mehrere Wochen dauern", teilte die französische Luftfahrtermittlungsbehörde mit. Erste Ergebnisse der Untersuchung sollen im Sommer in einem Zwischenbericht dargestellt werden. Das teilte die französische Luftfahrtermittlungsbehörde (BEA) am Montag in Le Bourget bei Paris mit.
Auf dem Flug von Rio de Janeiro hatte es in einer Unwetterfront zwar Probleme bei der Geschwindigkeitsmessung gegeben, doch hätte dies nicht so einer solchen Katastrophe führen dürfen. Zuvor hatte es nicht einmal ein Notsignal gegeben.
Leichen werden untersucht
Bei der Bergung von Flugzeugteilen und Flugschreibern waren in der vergangenen Wochen auch zwei Tote an die Meeresoberfläche geholt worden. Sollten sie mithilfe von DNA-Proben nicht identifiziert werden können, soll die Ruhe der Toten nicht weiter gestört werden. Die Angehörigen der Opfer sind sich nicht einig, ob weitere Tote geborgen werden sollen. Manche wollen sie noch bestatten, andere finden eine Rettung mittels Tauchroboter unwürdig. Auf dem Meeresboden waren bislang etwa 50 Leichen entdeckt worden, ebensoviele sind direkt nach dem Unglück auf dem Wasser getrieben. dpa