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Wetter
10.01.2021

Schneechaos legt Italien und Spanien lahm

Schnee im Retiro-Park in Madrid. Das Sturmtief «Filomena» sorgt im Sonnenland Spanien für Rekordkälte, viel Schnee und einiges Chaos.
Foto: Marta Fernández Jara/EUROPA PRESS/dpa

Kräftige Schneefälle sorgen in Spanien und Italien für Chaos. Der Jahrhundertschnee bringt nicht nur Spaß mit sich sondern fordert auch Todesopfer.

Schneemänner und Schneballschlachten auf Spaniens Autobahnen, Langläufer im Zentrum von Madrid und Rekordtemperaturen von minus 35,8 Grad. All das wirkt surreal, wenn man an das sonnige Urlaubsziel Spanien denkt. Doch das Sturmtief "Filomena" hat das Unwahrscheinliche möglich gemacht und Teile Spaniens und Italiens in eine schneebedeckte Winterlandschaftverwandelt. In den Regionen Spaniens, in denen es keinen Schnee gab, brachte "Filomena" Unwetter, starke Windböen, Dauerregen und hohe Wellen.

Autofahrer sitzen mehr als 15 Stunden in Fahrzeugen fest

Obwohl sich einige "Madrileños" Schneeballschlachten auf den verschneiten Straßen lieferten, brachten die Schneefälle nicht nur Spaß mit sich. Auf den spanischen Autobahnen legte eine mehr als 60 Zentimeter hohe Schneedecke den Verkehr lahm. Die Nacht von Freitag auf Samstag mussten einige Autofahrer sogar in ihren Fahrzeugen verbringen, da es die Rettungskräfte nicht so schnell durch die verschneiten Straßen schafften.

 

Patricia Manzanares beklagte sich im telefonischen Interview mit einem spanischen Fernsehsender: "Wir sitzen hier seit mehr als 15 Stunden fest, niemand hat uns Wasser, Decken oder Essen gebracht." Sie forderte eine schnellere Hilfe und mehr Informationen von den Behörden: "Wir bekommen überhaupt keine Infos, und im Wagen neben uns ist auch ein drei oder vier Jahre altes Mädchen."

Sturmtief "Filomena" fordert Todesopfer in Spanien

Bei anderen kam die Hilfe der spanischen Rettungskräfte zu spät. Im Nordwesten Spaniens wurde ein 54-jähriger Mann tot aus seinem Auto geborgen. Die Schneemassen hatten sein Fahrzeug unter sich begraben. In Madrid erfror ein obdachloser Mann in einem öffentlichen Park. Auch in der südlichen Provinz Málaga forderte das Sturmtief "Filomena" Todesopfer: Eine Frau und ein Mann wurden von Wassermassen überrascht und mitgerissen.

Eine Person fährt auf der Plaza Mayor Ski. Das Sturmtief «Filomena» sorgt landesweit für Rekordkälte und viel Schnee.
Foto: Andrea Comas, AP/dpa

Heftigster Schneefall in Madrid seit 1984

Seit Freitagvormittag schneit es in Madrid ununterbrochen. Obwohl der Schneefall am Samstagabend nachließ, gaben die Behörden noch keine Entwarnung und empfahlen den Bürgern zuhause zu bleiben. Denn auch von Schneemassen auf Gebäuden und Bäumen könnten in den folgenden Tagen noch große Gefahren ausgehen - vor allem, wenn in den kommenden Tagen die Temperaturen sinken.

Bis Samstagabend galt in der Hauptstadt und auch in zahlreichen anderen Regionen des Landes die höchste Alarmstufe Rot. "Das ist der bisher heftigste Schneefall des Jahrhunderts in Madrid. Ähnliches hatte es zuletzt im März 1971 und Februar 1984 gegeben", sagte der Sprecher des Wetterdienstes AEMET, Rubén del Campo.

Flüge und Bahnverbindungen in Madrid fallen wegen Schneechaos aus

Am Freitagabend waren in Madrid bereits mehrere Flüge und Zugverbindungen ausgefallen. Auch die S-Bahn in Madrid stellte den Betrieb bis auf weiteres ein. Des Weiteren wurden einige Landstraßen und die Autobahnringe der spanischen Hauptstadt M-30 und M-40 gesperrt. Sogar die Militärische Nothilfeeinheit UME war im Einsatz. Sie musste nach eigenen Angaben seit Freitagabend mit 147 Soldaten und 66 Fahrzeugen mehrmals ausrücken, um im Schnee stehengebliebenen Autofahrern zu helfen oder umgestürzte Bäume zu beseitigen.

Schlechte Nachricht gab es im Zuge dessen auch für die Fußballfans von Atlético Madrid: Das Heimspiel des spanischen Liga-Tabellenführers gegen Athletic Bilbao musste wegen des Winterwetters abgesagt werden.

Dutzende Einsätze für die Feuerwehr auch in Italien

Auch in Italien musste die Feuerwehr aufgrund von kräftigen Schneefällen vielerorts ausrücken. Wie die italienische Feuerwehr berichtete, mussten die Rettungskräfte vor allem im Norden des Landes Straßen freiräumen und liegengebliebene Fahrzeuge abschleppen. Der Schnee lastete auch auf den Dächern vieler verschneiter Orte in den Regionen Emilia Romagna und Lombardei. Im Dorf Sappada in der nordöstlichen Region Friaul-Julisch Venetien nahe der österreichischen Grenze mussten die Feuerwehrleute eine Kirche erklimmen, um die Schneemassen vom Dach des Gotteshauses zu schaufeln. Die Feuerwehr meldete insgesamt rund 200 Einsätze aufgrund der Schneemassen aus den italienischen Regionen. (mit dpa)

Ein Feuerwehrmann klettert zur Schneeräumung und -sicherung auf dem Dach der Kirche Santa Margherita in der nordöstlichen Region Friaul-Julisch Venetien.
Foto: -/Vigili del Fuoco, dpa

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