Der Flughafen Frankfurt Main (FRA) ist der größte und verkehrsreichste Flughafen Deutschlands, informiert Statista: Im Jahr 2025 wurden dort über 63 Millionen Passagiere abgefertigt. Er liegt damit weit vor dem Flughafen München (MUC) mit rund 43 Millionen Passagieren. An diesen beiden deutschen Flughäfen unterhält Lufthansa Airlines als größte deutsche Fluggesellschaft wichtige Drehkreuze und damit Umsteigeverbindungen in die ganze Welt, wie die Lufthansa Group auf ihrer Webseite schreibt. Insofern dürften zahlreiche Passagiere von einer neuen Regelung betroffen sein, die Lufthansa ab Mai 2026 einführt.
Lufthansa am Flughafen Frankfurt: Was müssen Reisende wegen der neuen Handgepäck-Regel beachten?
Wie die Lufthansa Group mitteilt, wird das Tarifportfolio auf Kurz- und Mittelstrecken erweitert: Ab dem 28. April 2026 werde für Reisen ab dem 19. Mai 2026 auf ausgewählten europäischen Strecken schrittweise der sogenannte Economy Basic-Tarif eingeführt. Er gelte bei allen Airlines der Lufthansa Group: Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines, Brussels Airlines, Discover Airlines, Lufthansa City Airlines und Air Dolomiti.
Wichtig für Reisende ist hierbei zu wissen, dass bei dem neuen Basic-Tarif ein „persönlicher Gegenstand“ enthalten ist. Laut lufthansa.com darf dieser persönliche Gegenstand maximal die folgenden Maße haben: 40 x 30 x 15 Zentimeter. Als Beispiele werden eine Laptop-Tasche oder ein kleiner Rucksack genannt. Wer jedoch mehr oder größeres Gepäck mitnehmen möchte, muss Hand- oder Aufgabegepäck als Zusatzleistung hinzubuchen – wofür die Kosten laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bei 15 Euro beginnen – oder einen Tarif mit erweiterten Gepäckleistungen wählen.
Flughafen Frankfurt: Warum gibt es Kritik an der neuen Handgepäck-Regel von Lufthansa?
Was die Lufthansa in ihrer Mitteilung als flexiblen Tarif vor allem für Tagesreisende – was insbesondere für Geschäftsreisende vom und zum Flughafen Frankfurt relevant sein dürfte – anpreist, sehen Verbraucherschützer und verschiedene Medien kritisch, nämlich als Abschaffung einer bisherigen Handgepäck-Regelung: Zuvor war es laut der dpa möglich, einen kleinen Kabinenkoffer kostenfrei mitzunehmen. Demnach bewege sich Lufthansa mit dem neuen Tarif auf ein ähnliches Angebotsniveau wie Air France und mehrere europäische Billigfluggesellschaften – darunter Norwegian Air, Ryanair, Transavia, Volotea, Easyjet, Wizz Air und Vueling.
Hier könnte ein rechtliches Problem auf Lufthansa zukommen: Laut der Verbraucherzentrale wurden easyJet, WizzAir, Vueling und Eurowings vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) verklagt, weil sie im Basistarif Zusatzgebühren für angemessenes Handgepäck verlangen, während aus Sicht der Verbraucherschützer ein Gepäckstück in angemessener Größe immer im Flugpreis enthalten sein sollte. Im Verfahren gegen Vueling wurde der Klage bereits stattgegeben. Vier weitere Airlines wurden vom vzbv abgemahnt. Die Verbraucherzentralen setzen sich demnach für einheitliche Vorgaben und verbindliche EU-Standards beim Handgepäck ein – etwa ein Mindestgewicht von 10 Kilogramm und ein maximales Gesamtmaß von 115 Zentimetern für kostenfrei mitgeführtes Gepäck.
Dagegen positioniert sich laut dpa unter anderem der Airline-Verband A4E, dem auch Lufthansa angehört. Der Verband verweist darauf, dass Millionen Reisende bewusst die günstigen Tarife mit „Mini-Gepäckstück“ wählen. Diese Passagiere dürften nicht verpflichtet werden, für Leistungen zu zahlen, die sie gar nicht in Anspruch nehmen möchten.
Wie der Nachrichtensender Euronews berichtet, stimmte der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments im Juni 2025 für einen Vorschlag, der es Fluggästen erlauben würde, zwei Handgepäckstücke ohne zusätzliche Kosten mitzunehmen. Jedoch gebe es noch viele Hindernisse, bevor dieser Vorschlag zum Gesetz werden könnte. So lehnten mehrere EU-Verkehrsminister solche Änderungen ab. Auch laut dem ADAC gibt es bisher keine gesetzliche Regelung zu Maßen und Gewicht von Handgepäck. Zudem können sich die Konditionen der Airlines kurzfristig ändern. Flugreisende, unter anderem vom Flughafen Frankfurt, sollten sich deshalb immer vor dem Abflug über die aktuell geltenden Bestimmungen ihrer Fluggesellschaft informieren.
Übrigens: Die Airlines der Star Alliance, zu der auch Lufthansa gehört, befinden sich am Flughafen Frankfurt im Terminal 1. Sie ziehen nicht, wie 57 andere Fluggesellschaften, in das neu eröffnete Terminal 3 um.
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