Übernachten, einkehren, Schutz suchen, eine Pause einlegen: In den Alpen gibt es unzählige Schutzhütten, die als Stützpunkte entlang der Wege in teils hoch gelegenen Gebieten dienen. Sie unterscheiden sich in Ausstattung, Zugang und Art der Versorgung. Ein Teil der Unterkünfte kann beispielsweise ausschließlich zur Selbstversorgung genutzt werden und ist nicht dauerhaft bewirtschaftet.
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Die kleinste Berghütte der Alpen liegt in Tirol
Eine solche Unterkunft ist die Breitenkopfhütte. Sie befindet sich auf 2040 Metern in der Mieminger Kette in Tirol und gilt mit einer Grundfläche von vier mal vier Metern als kleinste Berghütte im gesamten Alpenraum. In verschiedenen Verzeichnissen des Alpenvereins finden sich keine vergleichbar kleinen Hütten. Das Gebäude umfasst lediglich einen Aufenthaltsraum sowie ein darüberliegendes Matratzenlager, in dem bis zu sechs Personen Platz finden.
Diese Ausstattung hält die Breitenkopfhütte bereit
In der Breitenkopfhütte gibt es zudem weder Strom- noch Wasseranschlüsse. Wasser kann einer Quelle etwa 150 Meter unterhalb der Hütte entnommen werden. Brennmaterial steht ebenfalls nicht vor Ort zur Verfügung, sondern muss mitgebracht werden (im Tal gibt es ein Brennholzlager). So verhält es sich auch mit Lichtquellen wie Kerzen, Gas- oder Taschenlampen.
Ein Holzherd sowie Geschirr, Besteck und Schlafdecken sind jedoch vorhanden. Der Zugang zur Hütte erfolgt mit einem Schlüssel des Alpenvereins. Eine Reservierung ist nicht vorgesehen und die Nutzungsgebühr wird vor Ort in bar entrichtet.
Das Gelände um die Breitenkopfhütte diente einst dem Bergbau
Die Breitenkopfhütte liegt am südöstlichen Rand des sogenannten Igelskars unter einem Felsüberhang am Westwandfuß des Breitenkopfs. Im dortigen Gelände wurde bis in das frühe 20. Jahrhundert Erz abgebaut. Ein ehemaliger Stollen befindet sich somit in unmittelbarer Nähe der Hütte. Er ist der höchstgelegene Stollen des ehemaligen Abbaugebietes im Igelskar.
1936 übernahm die Sektion Coburg des Alpenvereins die Verantwortung für die Hütte und sorgte für eine Grundsanierung.
Aufstiege zur Breitenkopfhütte beginnen unter anderem in Ehrwald oder Leutasch
Der Aufstieg erfolgt indes zu Fuß über Wege, die von Ehrwald über die Ehrwalder Alm und den Bereich des Igelsees sowie von Leutasch durch das Gaistal in das Kar führen. Die Wege verlaufen über längere Strecken durch Tal- und Übergangsbereiche bis in das hoch gelegene Gelände unterhalb mehrerer Gipfel wie dem Breitenkopf, dem Igelskopf und dem Hochplattig, die nur im Rahmen von Kletterrouten erreichbar sind.
Die Nutzung der Hütte ist ganzjährig möglich, wobei im Winter aufgrund von Schneelage und Lawinenereignissen besondere Bedingungen bestehen und Vorsicht geboten ist. In der Umgebung gibt es weiteren Hütten wie die Coburger Hütte und die Knorrhütte, zu denen man von der Breitenkopfhütte aus über markierte alpine Routen wandern kann.
Die Breitenkopfhütte im Überblick
- Selbstversorgerhütte ohne Bewirtschaftung
- Lage: Mieminger Kette in Tirol auf circa 2040 Metern Höhe
- Umliegende Gipfel: Breitenkopf, Igelskopf, Hochplattig, Mitterspitzen
- Grundfläche: 16 Quadratmeter
- Schlafplätze: Matratzenlager für bis zu sechs Personen
- ohne Strom- und Wasseranschluss (Wasserquelle circa 150 Meter unterhalb der Hütte)
- keine Reservierung möglich
- Übernachtung gegen Gebühr, Bezahlung bar vor Ort
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