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Die Queen wäre not amused: Zuchtverbot für Corgis?

Hunde

Die Queen wäre not amused: Zuchtverbot für Corgis?

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    Die Queen liebte Corgis. Hier zu sehen: Muick und Sandy im Jahr 2022 mit ihren Aufpassern.
    Die Queen liebte Corgis. Hier zu sehen: Muick und Sandy im Jahr 2022 mit ihren Aufpassern. Foto: picture alliance/dpa/PA Wire

    Sie hatten keine Titel, trugen keine Krönchen und erreichten kaum die Kniehöhe ihrer Besitzerin, und doch waren sie über sieben Jahrzehnte die heimlichen Herrscher des Buckingham-Palasts. Ihre Corgis waren das Markenzeichen der verstorbenen Königin Elizabeth II. Mehr als 30 Pembroke Welsh Corgis und sogenannte „Dorgis“, eine Mischung aus Dackel und Corgi, begleiteten die Monarchin während ihrer langen Regentschaft.

    Gut, dass sie nun das nicht mehr erleben muss: Ausgerechnet ihre Lieblingshunderasse könnte in Großbritannien womöglich bald nicht mehr gezüchtet werden.

    Sehr kurze Beine, flache Schnauzen, übermäßige Hautfalten, hervorstehende Augen

    Grund dafür ist die Initiative einer überparteilichen parlamentarischen Gruppe britischer Abgeordneter, die das Züchten von Hunden mit sogenannten „extremen Körpermerkmalen“ einschränken will. Entwickelt wurde dafür eine umfassende Gesundheitsprüfung.

    Die Checkliste bewertet äußerliche Merkmale, die nach Ansicht von Experten gesundheitliche Probleme verursachen können. Dazu gehören sehr kurze Beine, flache Schnauzen, übermäßige Hautfalten, hervorstehende Augen oder Fehlstellungen des Kiefers. Hunderassen, deren Körperbau als extrem gilt, könnten künftig als „ungesund“ eingestuft werden.

    „Der Plan ist, dass in zehn Jahren kein einziger Hund im Vereinigten Königreich gezüchtet wird, der irgendwelche extremen körperlichen Ausprägungen aufweist“, sagt Dan O’Neill vom Royal Veterinary College, einer veterinärmedizinischen Hochschule in London.

    Königin Elizabeth II. mit einigen ihrer Corgis. Das Foto stammt aus dem Jahr 1980.
    Königin Elizabeth II. mit einigen ihrer Corgis. Das Foto stammt aus dem Jahr 1980. Foto: picture alliance/dpa/PA Wire

    Vorerst ist die Bewertung freiwillig. Doch die Initiatoren planen, sie innerhalb von fünf Jahren in die Gesetzgebung zum Tierschutz zu integrieren. Dann dürften nur noch Hunde gezüchtet werden, die eine Gesundheitsprüfung bestehen.

    Laut britischen Tierschützern ist das Projekt längst überfällig. Viele Hunderassen seien im Königreich über Jahrzehnte hinweg auf ein bestimmtes Aussehen hin gezüchtet worden – oft auf Kosten ihrer Gesundheit. Beim Corgi gilt der geringe Abstand zwischen Körper, genauer gesagt Brust, und Boden als Problem. Der Checkliste zufolge kann diese Körperform zu Wirbelsäulenproblemen, Gelenkschmerzen oder Arthritis führen.

    Bis zu 67 beliebte Hunderassen könnten von dem geplanten Zuchtverbot betroffen sein

    Züchter und Verbände sehen das anders. Die Kriterien seien zu pauschal und beruhten auf äußeren Merkmalen statt auf medizinischen Untersuchungen. Ein Sprecher der Hundezuchtorganisation Kennel Club warnte, das System sei nicht differenziert genug.

    Und Vertreter des Vereins „Welsh Corgi League“ betonen, Corgis seien im Allgemeinen gesund und langlebig: „Sie haben nicht die Probleme, die man bei manchen anderen Rassen sieht. Leider werden sie jedoch alle in einen Topf geworfen, nur weil sie kurze Beine haben“, sagt Margaret Hoggarth. Wie es heißt, könnten bis zu 67 beliebte Hunderassen von dem geplanten Zuchtverbot betroffen sein – darunter Dackel, Scottish Terrier oder Shih Tzu.

    Die Briten lieben Hunde – und lassen ihrer Liebe unter anderem bei der Crufts-Hundeausstellung in Birmingham ihren Lauf.
    Die Briten lieben Hunde – und lassen ihrer Liebe unter anderem bei der Crufts-Hundeausstellung in Birmingham ihren Lauf. Foto: Joe Giddens/PA Wire/dpa

    Dass eine Reform des Tierschutzrechts eine emotionale Debatte auslöst, ist wenig verwunderlich: Briten lieben ihre Vierbeiner. Das zeigt sich nicht allein in den zahlreichen Hundesalons und Futterboutiquen, sondern auch in einem boomenden Markt für Hundetagesstätten, Gassi-Service-Angeboten und sogar anhand von „Doggy Spas“. Wellness für Hunde! Restaurants und Pubs bieten zudem Menüs für die Vierbeiner an, es gibt spezielle Messen mit mehreren zehntausend Besucherinnen und Besuchern – und im Fernsehen laufen Casting-Shows für talentierte Tiere.

    Schließlich gibt es die „Crufts“, die weltweit berühmteste Hundeschau in Birmingham, bei der Hunderte Hunde zahlreicher Rassen in Wettbewerben und Shows gegeneinander antreten. Auch Königin Elizabeth II. war dort einmal zu Gast, im Jahr 1969, damals in London.

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