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Erste Tests am Gardasee und Comer See: Neuer Diesel-Kraftstoff verringert Emissionen von Schiffen

Gardasee/Comer See/Lago Maggiore

Bessere Luft für den Gardasee und Co.: Neuer Diesel-Kraftstoff verringert Emissionen von Schiffen

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    Die Schiffsfahrt belastet die beliebten italienischen Seen wie den Gardasee oder den Comer See. Hier fährt ein Motorboot über den Comer See.
    Die Schiffsfahrt belastet die beliebten italienischen Seen wie den Gardasee oder den Comer See. Hier fährt ein Motorboot über den Comer See. Foto: Bernhard Krieger, dpa

    Mit ihrer malerischen Bergkulisse und den kleinen Ortschaften verführen die Seen Oberitaliens jedes Jahr zahlreiche Touristen. Besonders der Gardasee, aber auch der Comer See und der Lago Maggiore gehören zu beliebten Reisezielen deutscher Urlauber in Italien. Doch der Besucheransturm belastet die Seen. Für schlechte Luft sorgen mitunter die Schiffe. Das könnte sich nun bald verbessern.

    Schiffe auf dem Gardasee: Für Dieselmotoren könnte es eine Alternative geben

    Viele Bootstouren laden dazu ein, die idyllische Kulisse vom See aus zu erkunden. Das führt jedoch zu starkem Kohlendioxid-Ausstoß auf dem Wasser, da die meisten Boote mit Verbrennermotoren fahren. Besonders größere Schiffe setzen häufig auf Diesel und lassen sich nur schwer elektrifizieren. Für sie gibt es nun eine Alternative zum fossilen Brennstoff.

    Um die Umweltbelastung zu reduzieren, hat die staatliche Schifffahrtsgesellschaft Navigazione Laghi kürzlich ein Pilotprojekt auf dem Gardasee, dem Comer See und dem Lago Maggiore gestartet: Sie testete einen erneuerbaren Biokraftstoff als Ersatz für herkömmlichen Diesel in den Schiffsmotoren. Die Ergebnisse fielen positiv aus.

    Über den gesamten Lebenszyklus könnten die Emissionen um rund 80 Prozent sinken

    Der Kraftstoff heißt HVO-Diesel. Das steht für Hydrotreated Vegetable Oil, also hydriertes Pflanzenöl. Er entsteht aus erneuerbaren Rohstoffen wie Pflanzenölresten, Altfetten oder tierischen Fetten. HVO gilt in Bereichen als sinnvolle Brückentechnologie, in denen Elektromotoren nur schwer umsetzbar sind. Erstmals kam er nun in den Dieselmotoren der italienischen Schiffe zum Einsatz.

    Die Auswertung des Pilotprojekts zeigte: Die Feinstaubbelastung im Umfeld der Schiffe sank um 24,2 Prozent. Am Auspuff traten durch die bessere Verbrennung 6,3 Prozent weniger Kohlendioxidemissionen auf. Über den gesamten Lebenszyklus – von der Produktion bis zum Verbrauch – können die Emissionen laut Schätzungen sogar um rund 80 Prozent sinken. Einbußen bei der Leistung gibt es keine. Technische Anpassungen der Schiffsmotoren sind in vielen Fällen nicht notwendig. Moderne Dieselmotoren können HVO ohne Probleme nutzen.

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