Neulich hat wirklich alles geklappt: Zug pünktlich, alle Wagen in der richtigen Reihenfolge, Platzreservierungen stimmig, Bordbistro offen und keine Verspätung bis zum Ziel. Eine Bahnfahrt in Deutschland ohne Probleme, das hat Seltenheitswert. Die DB ist seit Jahren in beklagenswertem Zustand. Und diese Klagen haben ansatzweise nun offenbar nicht nur die USA, sondern sogar deren Hauptstadt erreicht.
Die Washington Post jedenfalls berichtete kürzlich (ein Scoop war das eher nicht), die Deutsche Bahn sei unpünktlich wie lange nicht und das treffe die Deutschen eben ins Mark ihrer teutonischen Seele. Denn: „In Deutschland gehört Pünktlichkeit zum nationalen Ethos. Wenn man also die Deutschen darüber sprechen hört, sind die jüngsten Probleme im Zugverkehr nichts weniger als eine nationale Krise.“
Was am Post-Artikel besonders auffällt: Nicht nur die deutsche Pünktlichkeit wird hier hochgehalten. Offenbar gilt in den USA Deutschland noch immer, wie es im Text heißt, als das Land von Bier, Wurst und pünktlichen Zügen.
Mit den deutschen Klischees ist es schon lange vorbei
Wie weit weg kann Deutschland von den USA eigentlich sein? Denn nicht nur die deutschen Brauereien kriseln schon länger. Und was die Wurst angeht, ist es mittlerweile in fast allen deutschen Landstrichen möglich, als Vegetarier oder Veganerin ein Essen zu bekommen, das nicht ausschließlich aus Beilagen besteht. Da müsste doch klar sein, dass in so einer undeutschen Welt kein Zug mehr seine Zeit einzuhalten braucht.
Offenbar will Deutschland seinen Klischees mit aller Macht entkommen. Gut so! Und möglicherweise erreicht die US-Amerikaner bald, dass die Deutsche Bahn wirklich (fast) immer unpünktlich ist. Dann könnte es endlich in die richtige Richtung gehen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren