Ameisen, Bienen, Fliegen, Grashüpfer, Libellen, Marienkäfer, Schmetterlinge und Co. – allein in Deutschland sind dem Bundesumweltministerium zufolge über 33.000 verschiedene Insektenarten heimisch. Anders als Spinnen, die keine Insekten sind, haben sie nur sechs Beine und einen in Kopf, Brust und Hinterleib untergliederten Körper. Abgesehen davon kommen sie in vielen unterschiedlichen Größen, Farben und Formen vor und sind zum Teil gar nicht so leicht auseinanderzuhalten.
Dem Menschen ähneln Insekten kaum – auch wenn einige Organe und Systeme, wie Herz, Gehirn, Augen oder Atmung, sowohl im menschlichen als auch im Insektenkörper zu finden sind. Wie funktioniert also das Kreislaufsystem von Insekten? Haben sie Blut, das durch ihren Körper fließt und ihn versorgt?
Haben Insekten Blut? So funktioniert ihr Kreislaufsystem
Anders als der Mensch oder viele andere Tiere sind Insekten wirbellos. Ihr Skelett liegt laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) nicht innen, sondern außen – und wird dementsprechend als Exoskelett bezeichnet. Der Insektenkörper wird dabei von einer dünnen Chitin-Schicht geschützt und zusammengehalten. Diese spezielle Schutzhülle ermöglicht auch die besondere Funktionsweise des Kreislaufsystems von Insekten.
Insekten haben dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) zufolge nämlich keinen geschlossenen Blutkreislauf. Statt durch Venen und Adern fließt das Blut von Insekten durch die Hohlräume des Körpers und umspült laut dem NABU dort die Organe im Körperinneren – ganz anders als beim Menschen. Wie das BfN erklärt, ist Insektenblut zudem meistens nicht rot, sondern farblos, gelb oder grün.
Also: Ja, Insekten haben Blut. Dem menschlichen Blut ähnelt es aber in der Regel nicht. Warum ist das so?
Blut von Insekten: Warum ist es nicht rot?
Menschliches Blut ist rot. Das liegt laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) an den Erythrozyten, die umgangssprachlich auch als „rote Blutkörperchen“ bezeichnet werden. Sie enthalten das eisenhaltige Eiweißmolekül Hämoglobin, über das Sauerstoff vom Herzen in alle Körperzellen transportiert wird. Es gehört zur Gruppe der Blutfarbstoffe und ist für die rote Färbung von menschlichem Blut verantwortlich. Wenn Eisen mit Sauerstoff reagiert – das passiert auch, wenn Eisen rostet –, verfärbt es sich nämlich rot. Rotes Blut ist also auf das enthaltende Eisen zurückzuführen.
Die meisten Insektenarten haben laut dem Wissenschaftsmagazin Spektrum der Wissenschaft kein rotes Blut, weil sie nicht auf den Sauerstofftransport durch Hämoglobin angewiesen sind. Sie verfügen über ein weitverzweigtes Luftröhrensystem, das ihren Körper bis in fast jede Zelle mit Sauerstoff versorgt. Diese Insekten haben eine farblose Blutflüssigkeit, auch Hämolymphe genannt, die frei in ihrem Körper zirkuliert.
Eine Ausnahme stellt die Larve der Zuckmücke (Chironomus) dar. Sie kommt laut Spektrum der Wissenschaft nicht ohne Moleküle aus, die Sauerstoff transportieren, weil sie in sauerstoffarmen Gewässern lebt. In ihrem Blut befindet sich Hämoglobin – genau wie bei Wirbeltieren. Bei Zuckmückenlarven ist der rote Blutfarbstoff allerdings nicht in Erythrozyten gebunden, sondern schwimmt frei in der Hämolymphe.
Übrigens: Befindet sich Kupfer statt Eisen für den Sauerstofftransport im Blut, wie bei Tintenfischen, Schnecken oder manchen Krebsen, ist das Blut blau. Das liegt laut dem DRK daran, dass sich Kupfer bei der Reaktion mit Sauerstoff grünlich-blau verfärbt.
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