Die Preise steigen und steigen – und ein Ende ist nicht in Sicht. Das gilt für Verbraucher wie für Erzeuger: Um ganze 33,6 Prozent sind die Produzentenpreise im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Das teilte das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mit.
Es ist der stärkste Anstieg seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1949. Dem gegenüber stehen die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten. Diese steigen seit Dezember monatlich im Rekordniveau. Im Monatsvergleich erhöhten sich die Erzeugerpreise um 1,6 Prozent.
Holz, Gas, Metall: Rohstoff- und Energiekosten treiben Erzeugerpreise in die Höhe
Hauptgrund für die steigenden Herstellerpreise sind die explodierenden Energiekosten. Diese sind im Jahresvergleich um rund 87 Prozent gestiegen. Dabei war Erdgas ganze 148 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Kraftwerke zahlten sogar 241 Prozent mehr für Erdgas, Industrieabnehmer 211 Prozent. Und auch Strom ist teurer geworden: Er kostet etwa 90 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Genauso Mineralöl, das nun knapp 56 Prozent teurer ist.
Aber auch andere Rohstoffe und Vorleistungsgüter sind teurer geworden, was sich wiederum auf die Herstellerkosten auswirkt – darunter etwa Metall, Dünger, Futtermittel sowie Holz.
Inflation und Ukraine-Krieg: EZB will Verbraucher und Hersteller entlasten
Die steigenden Erzeugerpreise werden an die Konsumenten weiter gegeben und sorgen dafür, dass die Lebenshaltungskosten in die Höhe schnellen. Dazu kommt die Inflation, also die Teurungsrate, die mit der Pandemie zunahm und seit dem Ukraine-Krieg ihren höchsten stand seit 40 Jahren erreicht hat: 7,9 Prozent betrug sie im Mai.
Sowohl in Deutschland als auch der Eurozone liegt die Inflation weit über dem mittelfristigen Zielwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent. Lange hat sich die EZB dagegen gewehrt, Maßnahmen gegen die steigende Inflation zu treffen. Nun will sie sich nach langem Zögern doch handeln, sie hinkt dabei anderen Zentralbanken aber deutlich hinterher. (mit dpa)