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Jahrhundert-Diebstahl: Werden die Louvre-Juwelen bald gefunden?

Jahrhundert-Diebstahl

Werden die gestohlenen Louvre-Juwelen bald gefunden?

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    In der prächtigen Apollon-Galerie erbeuteten die Einbrecher die Schmuckstücke.
    In der prächtigen Apollon-Galerie erbeuteten die Einbrecher die Schmuckstücke. Foto: Stephane De Sakutin, AFP/dpa

    Eineinhalb Wochen nach dem spektakulären Diebstahl französischer Kronjuwelen aus dem Louvre ist den Ermittlern ein weiterer Fahndungserfolg gelungen: Fünf Tatverdächtige wurden am Mittwochabend im Norden von Paris festgenommen. Bei einem der Männer könnte es sich um einen der Haupttäter handeln, sagte die Pariser Chefanklägerin Laure Beccuau am Donnerstag im französischen Radiosender RTL. „Er befand sich in unserem Visier, weil ihn eine DNA-Spur in Verbindung mit der Tat bringt.“ Von den weiteren vier Personen in Untersuchungshaft erhoffe man sich Informationen über den Hergang. Über die jeweiligen Profile wollte die Staatsanwältin von Paris noch nichts sagen.

    Zwei Männer in Warnwesten, die sie als angebliche Bauarbeiter ausweisen sollten, waren am 19. Oktober während der Öffnungszeiten mit Hilfe eines Hebelifts in den Apollon-Saal des Museums eingestiegen. Sie benutzten Trennschneider, um die Fenster und Vitrinen vor den Objekten zu zerstören.

    Schmuckstücke im Wert von 88 Millionen Euro erbeutet

    In nur vier Minuten erbeuteten sie insgesamt acht Schmuckstücke im Wert von 88 Millionen Euro. Derweil warteten zwei Komplizen auf Motorrädern am Straßenrand, die mit ihnen in Richtung Autobahn rasten, wie Überwachungskameras zeigten. Das Fahrzeug mit Hebelift war gut eine Woche zuvor gestohlen worden. Vergeblich hatten die Täter vor der Flucht noch versucht, es anzuzünden. Darüber hinaus ließen sie mehrere Objekte zurück, darunter einen Handschuh, eine Warnweste und einen Trennschleifer. Auch die Krone der Kaiserin Eugénie, der Ehefrau von Napoleon III., fand die Polizei am Boden liegend. Sie wurde durch den Sturz schwer beschädigt.

    Bereits am vergangenen Samstag verhaftete die Polizei zwei mutmaßliche Mitglieder der Diebesbande, deren Finger- oder DNA-Spuren sie verraten hatten. Einer der Männer wollte gerade vom Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle aus nach Algerien reisen, ein Rückflugticket hatte er nicht. Der 34-jährige Algerier lebt seit 2010 in Frankreich und war der Polizei durch Verkehrsdelikte und einen Diebstahl bekannt. Der zweite Tatverdächtige, ein 39-jähriger ehemaliger Lieferfahrer, stammt aus dem nördlichen Pariser Vorort Aubervilliers. Er hat bereits mehrere schwere Diebstähle begangen und erwartet im November einen Prozess in einem anderen Fall.

    Der „Jahrhundert-Diebstahl“ ist ein Schock für viele Franzosen

    Staatsanwältin Beccuau zufolge haben beide Männer in der Untersuchungshaft ihre Beteiligung an dem Überfall auf den Louvre in Teilen gestanden. Am Mittwochabend wurden ein Verfahren gegen sie wegen „bandenmäßig organisiertem Diebstahl“ und „Bildung einer kriminellen Vereinigung zur Verübung eines Verbrechens“ eingeleitet. Die Anwälte des 34-Jährigen, Réda Ghilaci und David Bocobza, sprachen von einer „riesigen Diskrepanz“ zwischen der außergewöhnlichen Tat und der „ganz und gar gewöhnlichen Persönlichkeit unseres Mandanten“. 

    Der „Jahrhundert-Diebstahl“, wie er genannt wurde, war ein Schock für viele Menschen in Frankreich. Mehrere Politiker sprachen von einer „Schande“ für das Land, auch wenn der Apollon-Saal des Louvre bis dahin stets schwach besucht war und die französischen Kronjuwelen anders als die Mona Lisa keine Massen anzogen. Auch löste der Vorfall eine lebhafte Debatte über die Verantwortlichkeiten und mangelnde Sicherheitsvorkehrungen in dem Gebäude aus, das einst ein Königsschloss war und später im Nordwestflügel zeitweise das französische Finanzministerium beherbergte. Die Museumsdirektorin Laurence des Cars schlug sogar die Einrichtung eines dauerhaften Polizeikommissariats vor, was der Innenminister Laurent Nunez zurückwies. Die Leiter mehrerer Museen und Kunsteinrichtungen verteidigten des Cars vor Kritik: „Museen sind weder Trutzburgen noch Safes“, schrieben sie in einem offenen Brief. Die „Brutalität der Welt“ mache nicht vor diesen Orten der Kunstvermittlung und des Staunens Halt.

    Täglich sind rund 100 Ermittler im Einsatz

    Laure Beccuau versicherte, dass Frankreich umfassende Mittel einsetze, um die Übeltäter aufzuspüren. „Die Jagd geht weiter“, sagte sie. Täglich sind rund 100 Ermittler im Einsatz, insgesamt 150 DNA-Spuren wurden analysiert. Auch wenn der Schmuck bislang verschwunden bleibt, äußerte sie die Hoffnung, dass „der Louvre und in weiterem Sinn der Nation“ ihn noch zurückerhalte. Die Objekte seien unverkäuflich und wer sie besitze, mache sich mitschuldig. „Es ist noch Zeit, sie zurückzugeben“, sagte die Staatsanwältin. Sie schloss nicht aus, dass eine größere Gruppe von Tätern am Werk war. Allerdings gebe es keine Hinweise für die Vermutung, dass es innerhalb des Louvre Komplizen gegeben haben könnte. Das hatten manche britische Medien behauptet und dabei offenbar schlichtweg gemutmaßt.

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