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Wer waren die Louvre-Einbrecher?

Frankreich

Waren die vermeintlichen Meister-Diebe des Louvre ungeschickte Amateure?

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    Auch nach der Festnahme von zwei Verdächtigen fehlt noch immer die Beute des spektakulären Kunstraubs im Pariser Louvre. Es gibt allerdings Hoffnung, dass sie noch intakt sein könnte.
    Auch nach der Festnahme von zwei Verdächtigen fehlt noch immer die Beute des spektakulären Kunstraubs im Pariser Louvre. Es gibt allerdings Hoffnung, dass sie noch intakt sein könnte. Foto: Thomas Padilla, AP/dpa

    Als Meister-Diebe wurden sie dargestellt, einige Nutzer der sozialen Medien feierten sie sogar als Helden der Kriminalgeschichte. Die vier Männer, die am Sonntag vor einer Woche mit einem Hebelift und simplen Trennschleifern zum Zerstören der Fenster in den Louvre eingebrochen waren, galten als Profis. Jetzt scheint sich das Bild zu wenden.

    Verraten hatten sie ihre eigene DNA-Spuren und Fingerabdrücke

    Acht französische Kronjuwelen im Gesamtwert von 88 Millionen Euro erbeuteten die Täter. Doch knapp eine Woche später, konnten, wie berichtet, am Wochenende zwei der mutmaßlichen Einbrecher festgenommen werden. Verraten hatten sie ihre eigenen DNA-Spuren und Fingerabdrücke, die sie auf den zurückgelassenen Objekten hinterließen, darunter ein Motorradhelm, ein Handschuh, ein Walkie-Talkie, eine gelbe Warnweste, sogar die beiden Trennschleifer verblieben am Tatort. Die Krone der Kaiserin Eugénie, die sie ebenfalls mitnehmen wollten, hatten sie in der Eile fallen lassen. Auch das zuvor gestohlene Fahrzeug mit Hebebühne, das sie vergeblich in Brand zu setzen versuchten, war noch vor Ort.

    „Das waren keine genialen Super-Kriminellen, sondern dreiste Typen, die einfach den besten Zeitpunkt und den erschütternden Mangel an Schutz für einen nationalen Schatz nutzten“, sagte der ehemalige Kriminalpolizist Jean-Pierre Colombies. Die Festgenommenen sind zwischen 30 und 40 Jahre alt, polizeibekannt und stammen aus dem Pariser Vorort Aubervilliers.

    Die Festgenommenen sind französische Staatsbürger

    Einer von ihnen wurde dort verhaftet, der zweite am Flughafen Charles-de-Gaulle, von wo aus er nach Algerien reisen wollte. Sie sind französische Staatsbürger, einer hat zusätzlich noch einen algerischen Pass. Mehr Details drangen nicht nach außen. Die Veröffentlichungen über die laufenden Untersuchungen könnten „den Anstrengungen der rund 100 Ermittler schaden“, warnte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau. Berichte britischer Medien, es gebe Beweise für ein internes Komplott und für Kontakte zwischen einem Louvre-Mitarbeiter und den Dieben, bestätigte Beccuau nicht. Es werde in alle Richtungen ermittelt.

    Für die französischen Behörden sind die ersten Festnahmen ein Erfolg, auch wenn die Beute weiterhin verschollen bleibt. „In solchen Fällen muss man sofort das Maximum der Mittel einsetzen“, sagte der Chef der Pariser Kriminalpolizei, Fabrice Gardon. „Alles entscheidet sich in den ersten Stunden.“ In Zusammenarbeit mit mehreren polizeilichen Einheiten habe man eine „wahrhaftige Dampfwalze“ ins Rollen gebracht, um die Diebe aufzuspüren.

    Staatsanwältin Beccua zufolge besteht „eine kleine Hoffnung“, dass die sich noch auf der Flucht befindlichen Täter in den kommenden Wochen keine großen Schritte wagen. Das bestätigte auch der auf Kunstdiebstahl spezialisierte niederländische Privatdetektiv Arthur Brand in der Zeitung La Tribune Dimanche. Zunächst würden die Schmuckstücke wahrscheinlich intakt bleiben und an einem sicheren Ort verwahrt. Die Diebe „werden nicht das Risiko eingehen, die Aufmerksamkeit ihres Umfelds oder der Nachbarn auf sich zu ziehen“.

    „Früher wurde ein Gemälde von Vincent van Gogh oder Rembrandt gestohlen, heute sind es wieder verkäufliche Schmuckstücke.“

    Arthur Brand, Privatdetektiv

    Der Experte hält es für unwahrscheinlich, dass ein Kunstsammler als Auftraggeber fungierte: „Kein Sammler der Welt würde etwas anfassen, das auf diese Weise gestohlen wurde, weil man es nicht verkaufen, nicht seinen Freunden zeigen, nicht den Kindern vererben kann.“ Kunstdiebe gingen heute anders vor als in der Vergangenheit. „Früher wurde ein Gemälde von Vincent van Gogh oder Rembrandt gestohlen, heute sind es wieder verkäufliche Schmuckstücke.“ Da es schwieriger werde, in Banken oder Juweliergeschäfte einzubrechen, suchten sich Kriminelle neue Ziele.

    Tatsächlich war es in den vergangenen Wochen zu einer Einbruchserie in französische Museen gekommen. Doch nur der Diebstahl im größten Museum der Welt, das im vergangenen Jahr 8,7 Millionen Menschen besucht haben, schaffte es in die Schlagzeilen, da er der spektakulärste war.

    Ein Teil des Schmucks liegt nun in 27 Metern Tiefe

    Vor einigen Tagen ließ der Louvre als Reaktion auf das Verbrechen einen Teil seines wertvollen Schmucks mit einer Polizei-Eskorte in die Banque de France, die französische Zentralbank, bringen. Dort, wo bereits fast 2500 Tonnen Gold gelagert sind, sollen sie in 27 Metern Tiefe sicher sein. Aber sie entgehen damit auch den Blicken der Menschen.

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