Vor 50 Jahren tauchte in den Kinos ein Film auf, der eine weltweite Baggerseepsychose auslöste. Sonntags auf dem Dorfweiher dümpeln und sich dabei leise gruseln: Was lauert in der trüben Brühe unterm Gummiboot? Ja, im schlimmsten Fall nur ein Dreimeterwels. Ausgesetzte Minikaimane. Schnappschildkröten? Aber im Kino war es: „Der weiße Hai“.
Die Tuba wummert, eine Flosse gleitet übers Wasser und dann reißt das Tier den Schlund auf und fletscht die Hauer! Das Schrecken hat 300 Zähne (zur Einordnung: 248 mehr als ein Leibniz-Keks, 268 mehr als Stefan Raab), und dieses Gebiss ist belastbar. Oder? Noch nie hat man von Haien im Zahnarztsessel gehört, die bei schlürfendem Speichelsauger zu beantworten versuchen, ob denn alles so passt und wie der Urlaub war. Und nie musste ein Hai mit seiner Krankenkasse um Zahnersatz kämpfen. Denn Wunder Natur, wirklich wahr: Fällt Haien mal ein Zahn aus, wächst er wieder nach. Doch Forscher haben nun entdeckt, dass selbst dieses Tier Zahnweh spürt, ab und an. Und die Beißer leiden immer mehr.
Haie mit Gebissproblemen: Was Forscher herausgefunden haben
Ernster Hintergrund des Befunds: Der Klimawandel heizt das Wasser auf, Ozeane werden immer saurer – und der Club der anonymen Cola-holiker weiß: Säure schadet Zahn. Forscher der Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf haben das nun belegt. Ein Student hat im Sea Life Aquarium Oberhausen die ausgefallenen Zähne von Riffhaien gesammelt. Er legte sie in Wasser mit verschiedenem pH-, also Säurewert, und bewies den Effekt.
Bertolt Brecht schrieb: „Und der Haifisch, der hat Zähne, und die trägt er im Gesicht.“ Ungewiss aber: Wer jetzt wen fürchten muss. Zahnärzte den Praxisbesuch von Haien? Oder der arme Hai mit Zahnschmerz den Bohrer?
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