Lange hat Johann Lafer seinen schweren Schicksalsschlag aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Als unsere Redaktion im August ein ausführliches Interview mit ihm führte, plauderte er noch fröhlich über seine Lieblingsrezepte, über Männer am und Wassermelonen auf dem Grill. Und dann sagte er noch, dass es ihm gut gehe. Jetzt ist klar: Zum damaligen Zeitpunkt wusste der Starkoch schon seit gut anderthalb Jahren von der Diagnose Lymphdrüsenkrebs. „Ich hoffte zunächst, dass alles wieder verschwinden würde. Man denkt: Das betrifft mich nicht. Das geht schon wieder weg.“
Es ging nicht weg. Im Gegenteil: Anfang des Jahres verschlimmerten sich die Symptome, Lafer begann eine Chemotherapie. Nun hat der 68-jährige Österreicher erstmals öffentlich darüber gesprochen. „Ich bin krank. Ernsthaft krank“, sagte Lafer im Interview mit der Bild. Bei einer Routineuntersuchung während einer Fastenkur habe ein Arzt Schatten in der Leiste gesehen. „Ich hatte keinerlei Schmerzen. Gar nichts.“ Das änderte sich im Januar: „Plötzlich war alles geschwollen. Nachts die Schweißausbrüche. Schlafen ging kaum noch. Da habe ich gemerkt: Jetzt läuft etwas komplett in die falsche Richtung.“
Mit ZDF-Sendungen wie „Lafer! Lichter! Lecker!“ erreichte Johann Lafer ein Millionenpublikum
Lafer, der bei mehreren kulinarischen Top-Adressen in Europa lernte, unter anderem bei Eckart Witzigmann, gehört seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Fernsehköchen im deutschsprachigen Raum. Mit den ZDF-Sendungen „Lafer! Lichter! Lecker!“ (2006-2017) und „Die Küchenschlacht“ (seit 2008) erreichte er ein Millionenpublikum, schreibt Bücher, gibt Interviews, tritt bei unzähligen Veranstaltungen auf. Und immer sprüht der in Graz geborene und seit 36 Jahren verheiratete Vater zweiter Kinder vor Lebenslust, oft ist sein Redefluss kaum zu bändigen. Jetzt sagt er Sätze wie: „Jede Chemo läuft fast 24 Stunden. Überall hängen Flaschen. Das haut dich komplett weg.“ Mittlerweile sind ihm die Haare ausgegangen.
Und doch will er optimistisch bleiben. Aufgeben? „Nein! Sterben ist für mich keine Option. Ich will arbeiten, ich muss arbeiten. Ich brauche das. Ich habe noch so viel vor und so viele Ideen“, sagte er der Bild. Man sehe, „dass die Knoten kleiner werden. Dass die Behandlung anschlägt. Und das gibt mir Kraft.“
Auch sein Freund und Kollege Alfons Schuhbeck ist schwer an Krebs erkrankt
Im Interview mit unserer Redaktion im August hatte er noch sein Mitgefühl für seinen Kollegen und Freund Alfons Schuhbeck deutlich gemacht. Auch der ist schwer an Krebs erkrankt. (mit dpa)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren