Gefallener Star oder Sternchen mit Ambitionen? Wer im berüchtigten Dschungelcamp antritt, hat entweder eine echte Karriere hinter sich – oder will noch berühmt werden. Der Fall von Gil Ofarim liegt irgendwo dazwischen. Bekannt geboren, selbst erfolgreich geworden, tief gefallen – und jetzt ab in den Dschungel. Der 43-Jährige, der zuletzt durch einen Antisemitismus-Skandal aufgefallen ist, will offenbar zurück ins Scheinwerferlicht, auch wenn er dafür wortwörtlich einiges schlucken muss. Und das schon vor dem Start der neuen Reality-TV-Staffel an diesem Freitag.
„Davidstern-Affäre“ bringt Ofarim harte Kritik ein
Fünf Jahre ist es her, dass Gil Ofarim die „Davidstern-Affäre“ ausgelöst hat. Im Oktober 2021 hatte er in einem Video Vorwürfe gegen den Mitarbeiter eines Leipziger Hotels erhoben: Angeblich habe dieser zu ihm gesagt. „Packen Sie Ihren Stern ein“ und dann andere Gäste dem Sänger vorgezogen. Es kam zum Prozess, Ofarim gestand, die Geschichte erfunden zu haben. Er entschuldigte sich. Aber die Wut vieler Menschen hatte er da schon auf sich gezogen – er nehme echten Antisemitismus-Opfern die Stimme, lautete einer der Vorwürfe.
Danach hat sich Ofarim weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, bis jetzt: Der frühere Teenie-Star ist reif fürs Dschungelcamp. Statt eines Entspannungstrips steht ihm dort ein Spießrutenlauf bevor. Andere Teilnehmer distanzieren sich, wollen keine Kamerazeit mit ihm. Sein Bruder Tal Ofarim hält zu ihm: „Mein Bruder ist auch ein Mensch und den kennen nicht alle.“
Bei der Beerdigung des Vaters hatte er keine Ruhe vor den Paparazzi
Seine Karriere begann der 43-Jährige im Alter von 15 Jahren. Durch eine Fotoserie in der Jugendzeitschrift „Bravo“, mutierte er zum Teenie-Idol, es folgte ein kometenhafter Aufstieg. Mit dem Hit „Round 'n' Round“ landete er in den Charts, trat in die Fußstapfen seines berühmten Vaters Abi Ofarim und mit Auftritten in Serien wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ in die seiner Schauspieler-Mutter Sandra Ofarim. 2017 gewann er die Show „Let’s Dance“, wurde zum zweiten Mal Vater – dann fingen anstrengende Zeiten an.
Nach Affären-Gerüchten kam die Scheidung, sein Vater starb nach langer Krankheit. Bei der Beerdigung störten Papparazzi die Familie. „In einer der schwersten Minuten meines Lebens“, klagte er über die Boulevard-Presse. „Ich wurde als Teenie gefeiert, das hat alles seine Schattenseiten, gerade in dem Alter“, schrieb Ofarim 2021 in seiner Biografie.
Die Lektion aus all dem: „Nichts ist selbstverständlich und alles ist vergänglich. Aufgeben ist keine Option.“ Jetzt also Reality-TV. Das Publikum solle sich eine eigene Meinung über ihn bilden, sagte er. Gnade ist bekanntermaßen keine Stärke im Dschungel.
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