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Ostern in Vorarlberg: Das sind die gängigsten Bräuche und Traditionen

Ostern in Österreich

Das sind die gängigsten Osterbräuche in Vorarlberg

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    In Österreich ist - wie in Deutschland - unter anderem das Osterlamm eine wichtige Tradition.
    In Österreich ist - wie in Deutschland - unter anderem das Osterlamm eine wichtige Tradition. Foto: IMAGO/Michaela Merk (Symbolbild)

    Die Osterzeit ist auch in Österreich reich an traditionellen Bräuchen. Sie existieren bereits seit vielen Generationen und haben sowohl religiöse als auch kulturelle Bedeutung. Die meisten finden in der Karwoche und am Osterfest statt und sollen den Übergang vom Leiden und Sterben Jesu hin zur Auferstehung und zum Neubeginn widerspiegeln.

    Folgende Bräuche werden im österreichischen Vorarlberg zelebriert. Grundsätzlich ähneln sie den deutschen Traditionen, da sowohl Österreich als auch Deutschland stark von christlichen und mitteleuropäischen Bräuchen geprägt ist und Vorarlberg ein direkter Nachbar ist. Doch sie unterscheiden sich oftmals ein wenig in Form und Ausführung.

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    Das sogenannte Ratschen ersetzt in Vorarlberg die Kirchenglocken

    Ein besonders auffälliger, weil lauter, Brauch ist in Vorarlberg das sogenannte Ratschen. Ab dem Gloria am Gründonnerstag verstummen traditionell die Kirchenglocken, da sie sinnbildlich „nach Rom fliegen“. In dieser stillen Zeit übernehmen meist Kinder und Jugendliche mit hölzernen Ratschen die Aufgabe, die Gläubigen zu den Gebetszeiten und Gottesdiensten zu rufen. Sie ziehen zu festgelegten Zeiten durch die Orte und erzeugen dabei laute, rhythmische Geräusche.

    Das Ratschen ersetzt vor Ostern die Kirchenglocken.
    Das Ratschen ersetzt vor Ostern die Kirchenglocken. Foto: imago images/CHROMORANGE (Symbolbild)

    Das Ratschen ist auch in Teilen Deutschlands bekannt, vor allem in katholisch geprägten Regionen wie Bayern oder dem Rheinland. Ähnlich wie in Österreich ersetzen Kinder mit hölzernen Ratschen während der stillen Tage die Kirchenglocken. Allerdings ist dieser Brauch nicht flächendeckend verbreitet und kommt eher lokal vor.

    An der ein oder anderen Stelle in Vorarlberg gibt es Osterfeuer

    Ein weiterer Bestandteil der Ostertraditionen in Vorarlberg ist das Osterfeuer - vor allem in ländlichen und alpinen Regionen. In der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag werden große Feuer entzündet. Das Feuer symbolisiert Licht, Reinigung und den Sieg des Lebens über den Tod. Gleichzeitig hat es auch eine soziale Komponente, da sich Menschen rund um das Feuer versammeln und gemeinsam feiern.

    Oftmals geben die einzelnen Gemeinden die Termine für die Osterfeuer kurzfristig heraus. Anzumerken ist hier, dass die Tradition nicht flächendeckend ist - an der einen Stelle wird sie zelebriert, an anderer nicht. Verbreiteter sind in Vorarlberg die Funkenfeuer im Februar, mit denen man den Winter vertreibt und den Frühling begrüßt. Ähnlich verhält es sich in Süddeutschland. Osterfeuer sind eher im Norden zu finden.

    Früher Opfer, heute eine Süßigkeit: Das Osterlamm

    Das Osterlamm ist -sowohl in Österreich als auch in Deutschland - ein wichtiges Symbol innerhalb der christlichen Tradition. Ursprünglich stand das Lamm für Opfer, Reinheit und Leben. In früheren Zeiten wurde tatsächlich Lammfleisch geweiht und als erste Mahlzeit nach der Fastenzeit verzehrt.

    Heute hat sich dieser Brauch gewandelt, und das Osterlamm wird meist in Form eines süßen Kuchens gebacken. Es ist fester Bestandteil des Osterfrühstücks oder der Jause (zu Deutsch: Brotzeit) und hat vor allem symbolischen Charakter behalten.

    Das Osterlamm besteht heute aus Mehl und Zucker.
    Das Osterlamm besteht heute aus Mehl und Zucker. Foto: imago images/Shotshop (Symbolbild)

    Die Speiseweihe bedeutet in Vorarlberg das Ende der Fastenzeit

    Die Speisenweihe am Karsamstag markiert das Ende der Fastenzeit. In Vorarlberg bringen Gläubige Körbe mit verschiedenen Lebensmitteln wie Brot, Eiern, Fleisch und anderen Speisen in die Kirche, wo diese gesegnet werden. Diese Weihe soll den Speisen eine besondere Bedeutung verleihen. Anschließend werden sie im Kreis der Familie gegessen. Dieses gemeinsame Mahl erinnert an das letzte Abendmahl.

    Während die Speiseweihe in Österreich ein zentraler und bekannter Brauch ist, ist sie in Deutschland deutlich weniger verbreitet. Sie kommt wenn überhaupt in katholischen Gegenden wie Bayern vor und stellt eine regionale Besonderheit dar.

    Karfreitagseier schützen in Vorarlberg Haus und Hof

    Ein weniger bekannter, aber traditionsreicher Brauch sind in Vorarlberg die Karfreitagseier. Dabei handelt es sich um die Eier, die direkt am Karfreitag gelegt werden. Im Gegensatz zu Ostereiern werden sie nicht weiter verziert oder bemalt. Ihnen wird eine besondere Kraft zugeschrieben: Sie sollen austrocknen und dabei Haus und Hof schützen. Manche Menschen bewahren sie im Haus auf, etwa unter dem Bett oder auf dem Dachboden, während sie in der Landwirtschaft auch auf Feldern eingesetzt werden, um eine gute Ernte zu fördern.

    Karfreitagseier sind in Deutschland kaum bekannt und spielen praktisch keine Rolle im Brauchtum. Dieser Glaube an besondere Eigenschaften von Eiern ist eher eine österreichische Tradition.

    Klassische bunte Eier gehören auch in Vorarlberg zum Osterfest

    Die klassischen Ostereier sind in Vorarlberg, wie auch überall sonst, eines der bekanntesten Symbole des Osterfestes. Sie stehen für neues Leben und Fruchtbarkeit. Traditionell werden Eier hart gekocht, gefärbt und kunstvoll verziert. Ursprünglich war die Farbe Rot vorherrschend, als Symbol für das Blut Jesu.

    Neben dem Verstecken und Suchen der Eier gehört auch das sogenannte Eierpecken zu den beliebten Bräuchen: Zwei Personen schlagen ihre Eier gegeneinander, und wessen Ei heil bleibt, gewinnt. Außerdem werden Eier oft ausgeblasen und als Dekoration verwendet.

    Frische bunte Eier sind auch in Vorarlberg mit Ostern fest verankerte Tradition.
    Frische bunte Eier sind auch in Vorarlberg mit Ostern fest verankerte Tradition. Foto: IMAGO/Wolfgang Maria Weber (Symbolbild)

    Ein Hase bringt in Österreich wie in Deutschland an Ostern bunte Eier

    In Österreich wie in Deutschland gleichermaßen etabliert ist der Osterhase. Vor allem für Kinder ist er ein zentraler Bestandteil des Osterfestes. Er wird als Überbringer der Ostereier dargestellt und versteckt diese im Garten oder im Haus. Seine Rolle lässt sich auf seine Symbolik als Fruchtbarkeitstier zurückführen, da Hasen im Frühling besonders aktiv sind und viele Junge bekommen. Auch seine Fähigkeit, mit offenen Augen zu schlafen, wird symbolisch mit Wachsamkeit und Auferstehung in Verbindung gebracht.

    Eine weitere Ostertradition: Palmbuschen zum Palmsonntag

    Ein weiterer wichtiger Brauch ist das Binden von Palmbuschen am Palmsonntag, der den Beginn der Karwoche markiert. Dabei werden Zweige, häufig von Weidenkätzchen, zu Sträußen gebunden und mit bunten Bändern geschmückt. Diese werden in der Kirche gesegnet. Aus den geweihten Zweigen werden später oft kleine Kreuze gefertigt, die im Haus oder auf Feldern aufgestellt werden, um Schutz vor Unglück zu bieten.

    Auch in Deutschland gibt es diese Tradition, jedoch hauptsächlich in katholischen Regionen, vor allem in Süddeutschland. In evangelisch geprägten Gebieten ist der Brauch indes weniger verbreitet.

    Heilige Gräber werden in Vorarlberger Kirchen aufgestellt

    Schließlich gibt es noch die Tradition der Heiligen Gräber. Dabei werden in Kirchen aufwendig gestaltete Darstellungen der Grabstätte Jesu aufgebaut. Diese haben ihren Ursprung im Mittelalter und sollen den Gläubigen das Geschehen rund um Tod und Auferstehung Christi anschaulich machen. Oft sind diese Gräber kunstvoll gestaltet und laden zur stillen Andacht ein. Sie sind ein eindrucksvolles Beispiel für die Verbindung von Glauben, Kunst und Tradition während der Osterzeit.

    Sie existieren auch in Deutschland, wiederum vor allem in katholischen Kirchen, sind aber insgesamt seltener geworden. In manchen Regionen werden sie noch gepflegt, oft als Teil historischer oder touristischer Traditionen.

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