Nachdem der sicht- und hörbar geschwächte Franziskus am Sonntag den österlichen Segen gespendet hatte, applaudierten ihm die Gläubigen. Danach ließ er sich im offenen Papamobil über den Petersplatz fahren. Aus Sicht seiner Ärzte ein Graus: Erst kürzlich war der 88-Jährige knapp dem Tod entronnen, hätte sich schonen, den Kontakt mit Menschenmassen meiden müssen. Doch selbst wenige Stunden, bevor er starb, erfüllte dieser Papst noch mit Leben, wofür er in seiner Amtszeit unnachahmlich eingetreten war: für die Nähe und Zugewandtheit zu den Menschen, für eine arme, bescheidene und demütige Kirche. Und einmal mehr wusste er ein Zeichen zu setzen mit seinem letzten Auftritt: Gottvertrauen – und Vertrauen in die (Mit-)Menschen – vermag einen zu stärken und lässt hoffen!
Wie kein anderer Papst vor ihm gelang es ihm, durch Gesten, Zeichen und Symbole zu wirken
Wie kein anderer Papst vor ihm war Franziskus einer der Gesten, Zeichen und Symbole – und einer, der es verstand, der Frohen Botschaft so Gehör zu verschaffen, auch in sozialen Medien. Der große Reformer einer nach wie vor teils erstarrt wirkenden Kirche, den viele in ihm sahen oder sehen wollten, war er nicht. Allerdings schlug er einen Weg ein, der für die Kirche heilsam ist: Nähe, Armut, Bescheidenheit, Demut. Franziskus blieb ein Unvollendeter, umso mehr bräuchte es nun einen Nachfolger, der bereit ist, diesen Weg weiterzugehen.
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