Die Parkinson-Krankheit, früher vielen unter dem Begriff „Schüttellähmung“ bekannt, gilt bis heute als unheilbar. Und das trotz intensiver Forschung, rund 295.000 Betroffenen allein in Deutschland und prominenter Fälle wie dem Boxer Muhammad Ali. Bereits im Jahr 1817 hatte der Londoner Arzt James Parkinson typische Symptome der Krankheit beschrieben, wie zitternde Hände und einen unsicheren Gang. Das Gefühl, der Krankheit unterlegen zu sein, führt nicht selten zum gesellschaftlichen Rückzug. Auch Michael J. Fox, bekannt aus dem Kino-Blockbuster „Zurück in die Zukunft“, gab nach seiner Erkrankung die Schauspielerei auf.
Der Vereinsamung und den zunehmenden körperlichen Beschwerden will der Verein „PingPongParkinson“ seit einigen Jahren entgegenwirken. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, aber nicht gemütlich wie am Stammtisch, sondern sportlich an der Tischtennisplatte. Mittlerweile bestätigen wissenschaftliche Studien erste Erfolge. Die Idee dazu hatte der Musiker und gebürtige Kroate Nenad Bach. Er erkrankte 2010 an Parkinson, konnte bald nicht mehr auf einem Instrument spielen. Ein Freund nahm ihn zum Tischtennis mit, obwohl Bach noch nie einen Schläger in der Hand gehalten hatte. Er fing an, regelmäßig zu trainieren und stellte fest: Seine Symptome besserten sich. Er konnte sogar wieder etwas Musik machen. Also gründete er den Verein PingPongParkinson.
Der deutsche Ableger von PingPongParkinson hat mittlerweile 315 Stützpunkte
Sogar eine Parkinson-Tischtennis-Weltmeisterschaft fand mithilfe des siebenfachen Olympiateilnehmers Zoran Primorac 2019 statt. An der nahm Thorsten Boomhuis aus Niedersachsen teil und gewann eine Goldmedaille im Doppel. Kaum zurück, gründete er den ersten deutschen Ableger von PingPongParkinson in Nordhorn, der mittlerweile 315 Stützpunkte und etwa 3000 Mitglieder hat – Tendenz steigend. Das liegt auch an prominenten Unterstützern wie dem früheren Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der ein Benefizspiel im Bundestag organisierte und mit Tischtennis-Legende Jörg Roßkopf im Doppel spielte. Anders als beim normalen Tischtennis geht es aber nicht in erster Linie um Punkt, Satz und Sieg, sondern: „Das Ziel ist es, gemeinsam zu versuchen, den Ball im Spiel zu halten", sagt Boomhuis.
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