Startseite
Icon Pfeil nach unten
Panorama
Icon Pfeil nach unten

Royals: Epstein-Affäre: Verliert Andrew nun auch seinen Prinzentitel?

Royals

Epstein-Affäre: Verliert Andrew nun auch seinen Prinzentitel?

  • |
  • |
  • |
  • |
    Der Epstein-Skandal hat Prinz Andrew nie losgelassen. Jetzt gibt der Bruder von König Charles Titel und Ehren auf.
    Der Epstein-Skandal hat Prinz Andrew nie losgelassen. Jetzt gibt der Bruder von König Charles Titel und Ehren auf. Foto: Jacob King/PA Wire/dpa

    Für viele war der Schritt überfällig, anderen geht er noch nicht weit genug: In jedem Fall schlug die Meldung am Freitagabend in Großbritannien wie ein Donnerschlag ein. Prinz Andrew, der Bruder von König Charles III., gibt auf Druck des Palastes seine Titel auf. Rechtlich bleibt er zwar Herzog von York, darf sich jedoch nicht mehr öffentlich so nennen.

    Medien: Der Palast schicke Andrew „ins Exil“

    Die britische Presse überschlug sich: Dem Independent zufolge schickte der Palast Prinz Andrew „ins Exil“ und laut der Sun wurde er „verbannt“. Im Laufe des Wochenendes nahm der Fall dann weiter Fahrt auf. Die Metropolitan Police prüft nach eigenen Angaben „aktiv“ den Vorwurf, Prinz Andrew habe im Jahr 2011 persönliche Informationen seines mutmaßlichen Opfers an einen seiner Personenschützer der Polizei weitergegeben. Medienberichten zufolge wollte der Royal auf diese Weise eine Schmutzkampagne gegen Virginia Giuffre starten. Der Fall ist damit längst nicht abgeschlossen, im Gegenteil.

    Der Abstieg des 65-Jährigen war schleichend, aber tiefgreifend. Schon seit Jahren lasteten schwere Anschuldigungen im Zusammenhang mit dem verurteilten und mittlerweile verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf ihm. Nachdem das Foto, das Prinz Andrew gemeinsam mit der damals 17-jährigen Virginia Giuffre zeigt, bereits im Jahr 2011 öffentlich wurde, berichteten Medien erstmals im Jahr 2015 konkreter über die Vorwürfe der US-Amerikanerin, die sich im April das Leben nahm. Sie beschuldigte den Prinzen, sie als Minderjährige dreimal sexuell missbraucht zu haben – in London, New York und auf einer Privatinsel des US-Finanziers. Während der Palast zunächst auf Zeit spielte, verschärfte sich die Lage nach Andrews katastrophalem BBC-Fernsehinterview 2019. Darin behauptete er, sich nicht an ein Treffen mit Giuffre erinnern zu können – trotz des Fotos, auf dem die beiden zu sehen sind.

    Der Royal habe gewusst, dass sie damals erst 17 Jahre alt war

    Der Tropfen, der das Fass schließlich zum Überlaufen brachte, waren die Memoiren von Giuffre, die posthum am kommenden Dienstag veröffentlicht werden. Darin schildert sie ihre Sicht auf die Ereignisse in einer Sprache, die keinen Zweifel an der Schwere ihrer Vorwürfe lässt. So berichtete die US-Amerikanerin etwa, dass sie im Jahr 2001 Geschlechtsverkehr mit dem Royal gehabt habe, im Haus der Epstein-Vertrauten Ghislaine Maxwell in London. Der Prinz sei zwar freundlich gewesen, habe sich jedoch so verhalten, als wäre der sexuelle Kontakt mit ihr sein „Geburtsrecht“. Dass sie damals erst 17 Jahre alt war, habe der Royal gewusst.

    Überdies erinnert sie sich an ein Zusammentreffen mit Andrew auf den US-Jungferninseln. Es wird von ihr als „Orgie“ mit „ungefähr acht weiteren jungen Mädchen“, die minderjährig schienen und „kaum Englisch“ gesprochen hätten, geschildert. Diese Passagen wurden von internationalen Medien breit aufgegriffen und setzten den Palast erheblich unter Druck. Verschärft wurde die Dynamik durch die Veröffentlichung des Buches „The Fall of the House of York“ („Privilegiert: Aufstieg und Fall des Hauses York“) des Historikers Andrew Lownie vor wenigen Wochen. Auf 456 Seiten beschreibt er den Prinzen als arrogant und maßlos.

    „Der König, aber vor allem William, hatten die Skandale um Andrew offensichtlich absolut satt“, sagt die Royal-Expertin Pauline Maclaran. Viele Briten fordern nun, dass ihm seine Titel komplett entzogen werden – was jedoch nur durch eine Entscheidung des Königs und ein Parlamentsgesetz möglich wäre. Laut Medienberichten plant Prinz William im Falle seiner Thronbesteigung einen „kompromisslosen Kurs“. Demnach wolle er seinem Onkel sämtliche offiziellen Aufgaben und Privilegien entziehen. Und möglicherweise auch die Prinzenwürde.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein

    Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.

    Anmelden

    Sie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren