Die jüngsten Anschuldigungen gegen Prinz Andrew bringen die britische Monarchie in eine bisher nie dagewesene Lage. Seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und die anhaltenden Missbrauchsvorwürfe haben das Vertrauen in die Windsors schwer erschüttert. König Charles hat nun endgültige Entscheidungen getroffen, die nicht nur den royalen Wohnsitz, sondern auch den Adelstitel seines Bruders betreffen.
Titel, Ehre, Ansehen – was bleibt Prinz Andrew nach dem königlichen Beschluss noch?
Prinz Andrew steht schon lange im Fokus schwerer Vorwürfe. Die Memoiren der US-Amerikanerin Virginia Roberts Giuffre haben diese erneut ins öffentliche Licht gerückt. In ihrem am Dienstag, dem 21. Oktober 2025, erschienenen Buch Nobody’s Girl („Niemandes Mädchen“) beschreibt Giuffre laut BBC, wie sie als Minderjährige Opfer sexueller Übergriffe wurde – auch durch Prinz Andrew. Sie schildert die Situation als so bedrohlich, dass sie befürchtete, „als Sexsklavin sterben“ zu müssen. Den Royal beschreibt sie dem Nachrichtendienst SRF zufolge als jemanden, der glaube, „Sex mit mir zu haben, sei sein Geburtsrecht“.
Nach der jahrelangen öffentlichen Kritik greift nun auch König Charles endgültig durch. Am Donnerstag, dem 30. Oktober 2025, teilte der Buckingham-Palast, wie AP News berichtet, mit, dass seine Majestät „ein formelles Verfahren eingeleitet hat, um Prinz Andrew seine Titel und Ehrenrechte zu entziehen“. Zuvor hatte Andrew selbst das Statement abgegeben, auf seine Titel und Ehren verzichten zu wollen – obwohl er die Anschuldigungen weiterhin vehement bestreite. Mit der neuen Bekanntmachung wird ihm jetzt auch sein Geburtstitel entzogen. Damit wird er künftig nicht mehr als „Seine Königliche Hoheit“, „Herzog von York“, „Earl of Inverness“, „Baron Killyleagh“ oder „Prinz Andrew“ bekannt sein, sondern lediglich als Andrew Mountbatten Windsor.
Mit dieser Entscheidung soll auch die Reputation der britischen Royals wiederhergestellt und das Vertrauen in die Monarchie gestärkt werden. So heißt es in der Mitteilung des Palastes weiter: „Ihre Majestäten möchten klarstellen, dass ihre Gedanken und ihr größtes Mitgefühl bei den Opfern und Überlebenden aller Formen von Missbrauch waren und bleiben werden.“
König Charles zieht harte Konsequenzen: Muss Prinz Andrew jetzt sein Zuhause aufgeben?
Andrew muss sich nicht nur von seinem Adelstitel verabschieden. Auch seine bisherige Residenz muss er räumen. Wie der Buckingham-Palast mitteilte, wurde dem ehemaligen Prinzen „eine formelle Aufforderung zur Kündigung des Mietvertrags zugestellt“. Damit entfällt der bisherige rechtliche Schutz, der ihm das Verweilen in der Villa ermöglicht hatte. Andrew müsse nun also nach einer neuen privaten Unterkunft suchen.
Damit endet Andrews Zeit in der „Royal Lodge“, die er bislang nahezu mietfrei bewohnte. Laut Angaben von BBC soll er lediglich „ein Pfefferkorn“ gezahlt haben – also quasi nichts. Wohin er nun ziehen wird, wurde bislang nicht offiziell bekannt gegeben. Der Boulevardzeitung The Sun zufolge soll er noch vor wenigen Tagen versucht haben, das Frogmore Cottage in Windsor als seinen neuen Wohnsitz zu fordern. Britische Medien wie ABC News spekulieren jedoch, dass Andrew künftig auf ein Anwesen seines Bruders in Sandringham an der Nordostküste Englands ziehen wird. Dieses ist mehrere tausend Hektar groß – demnach nicht weniger luxuriös. Dort soll er auch weiterhin finanzielle Unterstützung vom König erhalten.
Übrigens: Das Sandringham-Anwesen ist der Ort, an dem sich die Royals zu Weihnachten versammeln. In diesem Jahr soll Andrew allerdings nicht zum Familienfest eingeladen worden sein.
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