Mit dem Bau des Waltenberger Hauses im Jahr 1875 entstand die erste Vereinsschutzhütte in den Allgäuer Bergen. Bereits knapp 80 Jahre zuvor wurde in Österreich dagegen der Grundstein für die erste Vereinsberghütte der Alpen errichtet. Die Salmhütte am Großglockner ist damit die älteste Vereinshütte in den Alpen.
Salmhütte: Erbaut für Erstbesteigung des Großglockners
Die ursprüngliche Salmhütte wurde 1799 im oberen Leitertal am Hasenpalfen errichtet. Sie liegt auf der Südostseite des Großglockners in den Hohen Tauern. Erbaut wurde die Schutzhütte, um von dort aus die Erstbesteigung des Großglockners zu bewältigen. Ein Jahr später, im Sommer 1800, erreichte eine fünfköpfige Gruppe Alpinisten den Gipfel. Finanziert wurde die Expedition und damit auch die erste Salmhütte durch den Kärntner Erzbischof Franz Xaver von Salm-Reifferscheid. Bereits kurz nach der Erstbesteigung wurde das Bauwerk jedoch aufgegeben und verfiel.
Die zweite Salmhütte entstand Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Sektion Klagenfurt. Diese wurde laut dem Österreichischen Alpenverein am Schwerteck errichtet. Sie bestand aus einer künstlich erschaffenen Höhle, wurde aber ebenfalls wieder rasch aufgegeben.
Neubau der Salmhütte nach Ende des Ersten Weltkriegs und Erweiterung
Erst im Jahr 1912 beschloss die Sektion Wien den Bau der neuen Salmhütte auf 2644 Metern Höhe. Aufgrund des Ersten Weltkriegs musste der Bau allerdings verschoben werden. Die Arbeiten an der heutigen Hütte waren im Juli 1929 abgeschlossen, und die Salmhütte wurde feierlich wiedereröffnet. Bereits im Jahr 1928 kamen jedoch die ersten Alpinisten in der Salmhütte unter.
Im Jahr 2017 errichteten Arbeiter einen weiteren Anbau an der mehrstöckigen Berghütte. Die Salmhütte steht in der Nähe des ursprünglichen Baus aus dem Jahr 1799.
Platz für 50 Alpinisten: Ausstattung der Salmhütte
Die Salmhütte dient ausschließlich als Unterkunft für Bergsteiger und Bergwanderer.
- Kapazität: 50 Übernachtungsplätze, davon 25 Betten und 25 Lager
- Lage: 2644 Metern auf der südöstlichen Seite des Großglockners
- Bewirtschaftet von Mitte Juni bis Ende September
- Stube
- Terrasse
- Trockenraum im Keller
- Versorgung via Helikopter, keine Materialseilbahn
- Winterraum vorhanden
Zustieg zur Salmhütte am Großglockner
Die Salmhütte ist über das Lucknerhaus auf 1918 Metern erreichbar. Vom dortigen Parkplatz geht es zunächst zur Glorer-Hütte im Bergertörl und anschließend zur Salmhütte. Der Zustieg über diese Route dauert rund drei Stunden.
Vom Glocknerhaus (2132 Meter) führt eine Route zunächst zum Margaritzen-Stausee. In der Folge führt die Route zur Stockerscharte auf 2501 Meter und weiter zur Salmhütte. Für diese Route benötigen Alpinisten ebenfalls etwa drei Stunden.
Gipfel rund um die Salmhütte
Rund um die Salmhütte liegen mehrere Berge, für deren Besteigung die Salmhütte als Ausgangspunkt geeignet ist. Dazu gehören u. a.:
- Großglockner (3798 Meter)
- Hohenwartenkopf (3308 Meter)
- Kellersberg (3267 Meter)
Hütten in der Nähe der Salmhütte
- Erzherzog-Johann-Hütte (Gehzeit etwa 3,5 Stunden)
- Glockner-Haus (Gehzeit ca. 2,5 Stunden)
- Glorer-Hütte (Gehzeit rund 1 Stunde)
- Lucknerhaus (Gehzeit etwa 2,5 Stunden)
- Lucknerhütte (Gehzeit rund 2 Stunden)
- Stüdlhütte (Gehzeit ca 3 Stunden)
Die Salmhütte eignet sich zudem als Stützpunkt für die Glocknerrunde oder den Wiener Höhenweg.
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