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Spanien kämpft weiter gegen verheerende Waldbrände – Klimawandel als Brandbeschleuniger

Großbrände

Brandkatastrophe in Spanien: Hoffen auf himmlische Hilfe

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    Feuerwehrleute bekämpfen einen Waldbrand im Nordwesten Spaniens: Ein Ende der Katastrophe ist immer noch nicht in Sicht.
    Feuerwehrleute bekämpfen einen Waldbrand im Nordwesten Spaniens: Ein Ende der Katastrophe ist immer noch nicht in Sicht. Foto: Lalo R. Villar, AP/dpa

    Spanien hofft auf Regen. Denn nach der gewaltigen Hitzewelle der vergangenen Woche kann wohl nur ein Wetterumschwung die Brandkatastrophe beenden, die weite Teile des Landes nach wie vor in Atem hält. Die Meteorologen kündigten am Mittwoch sinkende Temperaturen und Niederschläge an. Doch wird das wirklich genügen?

    „Es wird nicht möglich sein, die Brände zu kontrollieren, solange es keinen Wetterwechsel gibt“, sagt jedenfalls Verteidigungsministerin Margarita Robles, die bereits Tausende von Soldaten an die Waldbrandfront schickte. Sie sprach von einer „enormen Gier der zahlreichen Großfeuer, die in den meisten Fällen kaum zu löschen sind“. Das Ausmaß der Katastrophe ist enorm: Laut Berechnungen des satellitengestützten Copernicus-Systems der EU sind seit Jahresbeginn in Spanien Flächen von einer Größe von 383.000 Hektar verbrannt. Damit ist 2025 das schlimmste Jahr in diesem Problembereich seit 2006. Die Größe der verbrannten Gebiete entspricht etwa der Fläche der spanischen Ferieninsel Mallorca. An zweiter Stelle der europäischen Brandstatistik folgt das Nachbarland Portugal, in dem seit Januar 235.000 Hektar Naturlandschaft zu Asche wurde.

    Die bisherige Schadensbilanz fällt verheerend aus

    In Spanien sind die Regionen Galicien, Kastilien-León und Extremadura am stärksten betroffen. Allein in der galicischen Provinz Ourense am Atlantik verkohlten in den vergangenen Tagen 67.000 Hektar an Flächen. Große Sorgen bereitete am Mittwoch ein Großbrand in der Nähe des Dorfes Jarilla, in der Region Extremadura, wo mehr als 15.000 Hektar von den Flammen erfasst worden sind. Dort sind auch Dutzende Waldbrandbekämpfer aus Deutschland im Einsatz.

    Die bisherige Bilanz der Katastrophe ist verheerend: Mehr als 30.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Vier Menschen starben in den Flammen. Zahlreiche Personen wurden schwer verletzt, darunter mehrere Feuerwehrleute. Zudem verbrannten ungezählte Häuser und Fahrzeuge.

    Spaniens sozialdemokratischer Regierungschef Pedro Sánchez, der seinen Urlaub auf der Kanareninsel Lanzarote unterbrach und ins Brandgebiet reiste, war sichtlich erschüttert. Er warnte, dass der globale Klimawandel „immer schwerwiegendere“ Naturkatastrophen provoziere. „Die wissenschaftlichen Belege zeigen, dass sich die Folgen der Klimakrise beschleunigen“, sagte er.

    Besonders kommunale und regionale Politiker stehen in der Kritik. Nach Ansicht von Umweltschützern lassen sie die Wälder verwildern, investieren nicht genug in den Brandschutz und sparen bei der Waldfeuerwehr. „Die einzige Möglichkeit zu verhindern, dass Großfeuer ganze Landstriche verschlingen, besteht darin, die Landschaft weniger entzündlich zu machen“, erklärt die Umweltorganisation WWF. Während die Waldfläche Spaniens aufgrund des Rückgangs der Landwirtschaft gewachsen ist, seien die Investitionen in die Brandvorbeugung gesunken.

    Auch Brandstiftung ist eine Ursache der Brände

    Aber nicht nur das extreme Klima mit großer Trockenheit und starken Winden ist an der Serie von Großbränden schuld: Auch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung spielt in etlichen Fällen eine Rolle. Seit Juni wurden in ganz Spanien 32 Personen unter dem Verdacht festgenommen, Waldbrände verursacht zu haben. Gegen 93 weitere Menschen wird wegen gezielter Brandstiftung oder Fahrlässigkeit ermittelt. Laut der spanischen Staatsanwaltschaft sind sogar die meisten Brände auf menschliches Handeln zurückzuführen: 24 Prozent der Waldbrände im vergangenen Jahr wurden absichtlich gelegt, 69 Prozent entstanden durch Fahrlässigkeit, bloß ein kleiner Teil der Feuer hatte natürliche Ursachen wie Trockengewitter.

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