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Immer mehr Spinnenbisse auf den Balearen: Experten warnen vor schmerzhaften Folgen bis hin zu Nekrose

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Immer mehr Spinnenbisse auf den Balearen: Experten warnen vor schmerzhaften Folgen bis hin zu Nekrose

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    Experten warnen vor der Braunen Violinspinne, die auf den Balearen verbreitet ist.
    Experten warnen vor der Braunen Violinspinne, die auf den Balearen verbreitet ist. Foto: Macronatura.es, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Die Balearen sind für ihre idyllischen Strände, das kristallklare Wasser und ihre atemberaubende Natur bekannt. Doch auch im Urlaub lauert gegebenenfalls eine unterschätzte Gefahr. Eine giftige Spinnenart ist auf den Inseln verbreitet und stellt für unaufmerksame Einheimische wie auch Urlauber ein erhebliches Risiko dar. Experten warnen davor, dass vor allem ein Biss dieser Spinne zu schweren gesundheitlichen Komplikationen führen kann – eine Gefahr, die vielen Reisenden nicht bewusst ist.

    Unbekannte Gefahr: Spinnenbisse kommen auf den Balearen immer häufiger vor

    Der auf Spinnen spezialisierte Biologe Guillem X. Pons sammelte für einen Artikel, den er im November 2025 während der Konferenzreihe „IX Jornades de Medi Ambient de les Illes Balears“ vorstellte, mehrere Fälle von Bissen durch die Spinnenart Loxosceles rufescens, zu Deutsch: Braune Violinspinne. Laut dem Experten häufen sich in letzter Zeit die Fälle von Loxosceles-rufescens-Vergiftungen auf den Balearen. Neuere Fälle würden darauf hindeuten, dass Bisse viel häufiger vorkommen als bisher angenommen – oft würden sie jedoch nicht richtig diagnostiziert werden.

    Pons warnte vor der mangelnden Ausbildung vieler Ärzte, die nicht wissen, dass diese Spinnenart auf den Balearen sehr verbreitet ist und dass nach einem Biss schnelles Handeln erforderlich ist, um eine Verschlimmerung des Zustands des Betroffenen zu verhindern. Der Experte forderte das balearische Gesundheitsministerium auf, eine Informationskampagne in Gesundheitszentren zu fördern, damit sowohl das Personal als auch die Öffentlichkeit schnell erkennen können, ob ein Biss von dieser Spinnenart stammt.

    Der Biologe berichtet unter anderem von einem Vorfall im September 2025: Eine 60-jährige Frau aus Arenal d’en Castell, Menorca, spürte einen scharfen Stich an ihrem Arm. Die betroffene Stelle schwoll an und sie litt zwei Tage unter starken Schmerzen. In der Apotheke wurde ihr geraten, eine anti-histaminhaltige Salbe zu verwenden, da Spinnenbisse die Ursache sein könnten. Als sie im Gesundheitszentrum den Verdacht äußerte, von einer Braunen Violinspinne gebissen worden zu sein, wies der Arzt dies zurück, da es diese Spinnen dort nicht gebe – ein Fehler, wie sich später herausstellte.

    Von einem schweren Verlauf nach einem Spinnenbiss, der sich ebenfalls im September 2025 ereignete, berichtete jüngst das Mallorca Magazin: Nachdem eine Frau aus Palma de Mallorca einen Biss an der Außenseite ihres Oberschenkels bemerkt hatte, verschlechterte sich ihr Zustand rapide. Nach mehreren erfolglosen Arztbesuchen landete sie schließlich im Krankenhaus, wo eine schwere Nekrose diagnostiziert wurde: Die von der Spinne übertragenen Bakterien hatten ihre Haut „zerfressen“, konnten aber glücklicherweise nicht bis zum Muskel vordringen. Zehn Tage lang wurde sie mit intravenösen Antibiotika behandelt, um die Bakterien zu bekämpfen und das abgestorbene Gewebe zu entfernen.

    Ein besonders schwerwiegender Vorfall wurde zudem laut Pons 2024 auf Ibiza dokumentiert, als eine 32-jährige Frau beinahe ihr Bein verlor. Das Gift der Spinne führte bei ihr ebenfalls zu Gewebenekrose, dem vorzeitigen und irreversiblen Absterben von Zellen und Geweben. Glücklicherweise wurde sie rechtzeitig behandelt, und ihr Bein konnte nach mehreren Operationen und Hauttransplantationen gerettet werden. „Diese Bisse können überall passieren. Auf Ibiza gab es einen Fall in einem Auto, während ein katalanischer Tourist in Cabrera in Flip-Flops fuhr und in die Seite seines Fußes gebissen wurde,“ meint Pons. Besonders in Erdspalten oder unter Steinen würden sich die Spinnen verkriechen und bei Kontakt mit Menschen zubeißen. Der Biologe habe sogar einen Fall dokumentiert, der in einem Badezimmer der Universität der Balearen stattfand.

    Wie gefährlich ist der Biss der Braunen Violinspinne?

    2024 war die Braune Violinspinne für den Tod von zwei Personen in Italien verantwortlich: Ein 52-jähriger Polizist aus Palermo wurde laut der italienischen Zeitung Rai News von der Giftspinne gebissen und starb eine Woche später. Kurz darauf starb auch ein 23-jähriger Mann in Apulien, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) damals berichtete: Das Gift löste in seinem Körper einen septischen Schock und Organversagen aus.

    Trotz dieser Todesfälle sind laut Biologe Guillem X. Pons die meisten Fälle von diesen Spinnenbissen medizinisch unbedeutend. Doch in einigen Fällen tritt zwei bis acht Stunden nach dem Biss ein durchdringender Schmerz auf, gefolgt von einem brennenden Gefühl. In der Umgebung des Bisses kommt es häufig zu einer Rötung und Schmerzen. Blasen können entstehen, die Tage nach dem Biss eine dunkelblaue Farbe mit eingedelltem Zentrum annehmen. In seltenen Fällen kann es zu einer Zerstörung der roten Blutkörperchen, Blutgerinnung im Blutgefäß und einem Mangel an Blutplättchen kommen, was zu einem Nierenversagen führen kann.

    Auch Maurizio Soave, Leiter der Giftnotrufzentrale im Gemelli-Krankenhaus in Rom, sagte laut der Deutschen Apotheker Zeitung, dass das Gift der Braunen Violinspinne nicht so gefährlich sei, wie manche denken. Nur selten habe ihr Biss schwerwiegende Folgen. Jedoch sei das Gift nicht die einzige Gefahr: Laut Soave können Braune Violinspinnen Bakterien in das Gewebe übertragen. Dadurch können Entzündungen und schwere Komplikationen entstehen, etwa kann das Gewebe absterben oder tiefe und schwer heilende Wunden verursachen – wie bei der Frau aus Palma de Mallorca. Dadurch könnte es zu einer Blutvergiftung kommen. Ein erhöhtes Risiko besteht laut dem Experten bei Kindern, älteren Menschen und jenen mit Vorerkrankungen.

    Fakten zur Braunen Violinspinne

    Laut dem Wiki der Arachnologischen Gesellschaft (ARAGES) hat die Spinnenart folgende Merkmale:

    • Lateinischer Name: Loxosceles rufescens
    • Körperlänge: 7,5 bis neun Millimeter
    • Farbe: Vorderleib orangebraun, Beine gelb bis orange, Hinterleib grau bis gelbbraun
    • Augen: sechs lichtreflektierende Augen
    • Verbreitung: ursprünglich Südeuropa und Nordafrika, eingeschleppt in die USA, Asien und Australien 

    Schmerzhafter Biss durch die Braune Violinspinne: Was sollte man tun?

    Der Biss einer Loxosceles rufescens verursacht erhebliche Schmerzen, stärker als bei einem Wespenstich, und die Haut wird im Bereich des Bisses sehr heiß, berichtete die Online-Zeitung Majorca Daily Bulletin. Beim Berühren brennt die Stelle. Pons rät, in einem solchen Fall so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen und ihm mitzuteilen, dass es sich sehr wahrscheinlich um einen Biss dieser Spinne handelt. „Diese Fälle sollten bekannt sein. Die Behandlung ist einfach, aber eine schnelle Reaktion ist notwendig, um Komplikationen zu vermeiden“, betonte der Experte.

    Laut einem Bericht der Tagesschau gibt es kein Gegengift nach Bissen der Violinspinne. Bei der Behandlung können immunmodulierende Medikamente eingesetzt werden, um das Immunsystem zu unterstützen. Bei schweren Verläufen werden Betroffene intensivmedizinisch betreut.

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