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Der Kunstraub im Louvre wirft Fragen zum Schutz bayerischer Museen auf.

Raub am Louvre

Was bedeutet der Kunstraub am Louvre für die bayerischen Museen? Fünf Antworten

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    Französische Polizisten stehen neben einem Möbelaufzug, mit dem die Einbrecher in das Louvre-Museum am Quai Francois Mitterrand eindrangen. Sie stahlen Schmuck und flüchteten dann.
    Französische Polizisten stehen neben einem Möbelaufzug, mit dem die Einbrecher in das Louvre-Museum am Quai Francois Mitterrand eindrangen. Sie stahlen Schmuck und flüchteten dann. Foto: Dimitar Dilkoff/AFP/dpa

    Wie groß ist die Angst unter bayerischen Museen, dass es zu Raubüberfällen wie im Louvre kommt?

    Die Gefahrenlage für Museen mit solchen Schätzen hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Dabei zieht die Täter vor allem das erhöhte Interesse an Edelmetallen an, wie Simone Schön von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern mitteilt. Sie ist dort unter anderem für das Thema Sicherheit zuständig. Es gehe niemandem um den kunsthistorischen oder kulturellen Wert der Schmuck-Objekte. Die Exponate sollen durch das Einschmelzen von Edelmetallen oder das Abschleifen und unkenntlich machen von Diamanten zu Geld gemacht werden. „Es gibt ebenso Diebstähle im öffentlichen Raum, etwa durch Zerstören von Bronzestatuen“, so Schön. Auch das sei ein Hinweis darauf, dass es um das Geld und nicht das Exponat an sich gehe. Deshalb müssen besonders Häuser, die Schmuck, Edelmetalle oder Ähnliches präsentieren, ihre Schutzkonzepte stets überprüfen und gegebenenfalls nachrüsten.

    Wie sicher sind die Museen in Bayern?

    Das kommt auf die Museen an, die Spannbreite reicht vom Ein-Raum-Museum bis zum Museum von internationalem Rang. Entsprechend verschieden sind die risikoangepassten Schutzkonzepte. Die Museen befinden sich immer im Spannungsfeld zwischen Budget-Knappheit und dem Bewusstsein, dass besonders wertvolle und schützenswerte Exponate wissenschaftlich bearbeitet, ausgestellt und für die Nachwelt erhalten werden müssen, teilt die Versicherungskammer Bayern auf Nachfrage mit. „Nach unseren Erfahrungen sind die Museen in Bayern insgesamt gut gesichert: Das ist auch eine Folge einer sehr hohen Beratungs- und Betreuungstiefe durch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen, der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle und nicht zuletzt der Versicherer, die das Thema Prävention sehr hoch halten“, so Jürgen Haux, Pressereferent der Versicherungskammer.

    Was können Museen aus Fällen wie in Manching, in Dresden oder im Louvre lernen?

    Es gibt keinen sicheren Ort ohne Risiken, dafür benötigt es Lösungen. Aus jedem der Vorfälle kann man lernen und damit das bestehende Schutzkonzept innerhalb des eigenen Museums überprüfen, empfiehlt Schön von der Landessstelle für nichtstaatliche Museen Bayern. Es sollten regelmäßig eigene Abläufe hinterfragt und die Gefahren für das Haus und Umfeld kalkuliert werden. „Oft reicht eine kleine Lücke im Sicherheitskonzept, eine nicht schlüssige Kommunikationsanweisung, die Tätern den Zugriff ermöglicht“, so Schön. Museen sollten die Möglichkeit der Beratung, am besten in festen Zyklen, berücksichtigen. In Bayern stehen dafür neben der kriminalpolizeilichen Fachberatung auch die Landesstelle zur Verfügung. Zudem sind die Träger der musealen Einrichtungen mit ins Boot zu holen.

    Wie entwickeln sich die Ausgaben, die Museen für ihre Sicherheit aufbringen müssen?

    Wie überall ist auch für Museen Sicherheit nicht kostenlos zu bekommen, zumal es im Fall von Museen nicht ausreicht, einmal definierte Sicherheitsstandards unverändert über Jahre hinaus fortzuschreiben. Die Sicherheitskonzepte müssen sowohl den sich wandelnden Bedrohungsszenarien als auch dem Täterverhalten angepasst werden, erklärt Schön von der Landesstelle. Ein Eisengitter am Fenster mag in der Vergangenheit seine Wirkung gehabt haben, aufgrund heutiger Werkzeugtechnik kann es aber jetzt nur noch den Schutzeffekt eines denkmalgeschützten Dekors haben. „Museen und deren Träger werden weiterhin in den Schutz des ihnen anvertrauten kulturellen Erbes investieren müssen, denn es geht hier nicht nur um den schönen Schein von Diamanten und um prachtvolle Gemälde, sondern um die Bewahrung des kulturellen Selbstverständnisses und der Daseinsvorsorge einer Gesellschaft“, so Schön. Außerdem muss die Technik miteinander verzahnt werden, teilt die Versicherungskammer Bayern mit, und die Mitarbeitenden müssen fortlaufend unterwiesen werden. Es braucht Mechanismen, um Schwachstellen frühzeitig erkennen und beheben zu können. Die gute Nachricht für Museen: Der Freistaat Bayern beteiligt sich an den Kosten für die Ertüchtigung der Sicherheitstechnik in Museen.

    Wie kann man sich gegen Dreistigkeit wie in Paris, schützen?

    Gegen solche Dreistigkeit kann ein Museum wenig ausrichten. Umso wichtiger ist, bei der Risikoanalyse und der Betrachtung möglicher Angriffsszenarien an alle Möglichkeiten zu denken. Für die Täter gilt: „Richtig ist, was zum Erfolg führt“. Für die Museen muss es um die Frage gehen: „Welche noch so unwahrscheinliche und abwegige Vorgehensweise kann zum Erfolg führen?“. Es ist immer ein Katz-und-Maus-Spiel, und es wird sich nie ganz vermeiden lassen, dass Täter dennoch Erfolg haben, schließt Haux von der Versicherungskammer Bayern.

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