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Erreger breitet sich aus
11.05.2022

Was ist das West-Nil-Virus? Entstehung, Ansteckung, Symptome

Stechmücke bei der Arbeit: Das kleine Tierchen kann das West-Nil-Virus übertragen.
Foto: Uwe Anspach, dpa (Symbolfoto)

Seit geraumer Zeit treten in deutschen Regionen immer mehr Fälle des West-Nil-Virus auf. Wir erklären die Herkunft des Erregers und was es damit auf sich hat.

Seit über zwei Jahren befindet sich das Thema Viren auf dramatischer Weise im Fokus der Öffentlichkeit. Corona scheint im Sommer 2022 (vorerst?) bezwungen, doch langsam aber sicher bahnt sich ein weiterer Erreger seinen Weg nach Mitteleuropa: das West-Nil-Virus.

Wer sich öfter in freier Natur aufhält, hat es längst mitbekommen: Mit Frühlingsbeginn nimmt auch die Zahl der Stechmücken spürbar zu. Stiche lassen sich nicht immer vermeiden – prompt folgt eine Schwellung, inklusive teils tagelangem Jucken. Zumeist ist das nicht weiter schlimm, jedoch können Mückenstiche in seltenen Fällen schwerer krank machen. In Süddeutschland, speziell Bayern erkennen Wissenschaftler seit Jahren eine Zunahme des West-Nil-Virus.

Wie bei Corona gilt auch im Fall des sich langsam aber stetig verbreitenden West-Nil-Virus: Besonders ältere und vorerkrankte Personen sind bei einer Ansteckung mit schlimmeren Auswirkungen konfrontiert.

West-Nil-Virus: Erreger häufig in Bayern und Ostdeutschland festgestellt

Nicht nur exotische, invasive Stechmücken können den Erreger des West-Nil-Fiebers übertragen, auch heimische Mückenarten sind Erkenntnissen zufolge dazu in der Lage. Neben dem Freistaat Bayern gilt auch der Osten der Republik als Hotspot für die Verbreitung. Das betreffe die Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg. "Warum, wissen wir noch nicht", ließ Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (Zalf) in Müncheberg gegenüber der dpa wissen.

Was die Lage im Sommer 2022 ernster machen könnte, verrät die Wissenschaftlerin ebenfalls: "Je wärmer es wird, umso besser können sich die Krankheitserreger weiterentwickeln." Bekannt ist das in Deutschland erstmals 2019 festgestellte Virus seit dem Jahr 1937. Der Klimawandel mit immer höheren Temperaturen in Verbindung mit der massiven Globalisierung sind ausschlaggebend, dass Erkrankungen wie das West-Nil-Virus quer über den Globus in neue Gebiete eingeschleppt werden.

Exotische Mückenarten können sich zum Beispiel über den Warenhandel in andere Kontinente verbreiten, etwa die Asiatische Tigermücke mit dem Gebrauchtreifenhandel.

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West-Nil-Virus: Generell leichte Symptome, potenziell jedoch tödlich

Wenn sich Personen mit dem West-Nil-Virus infizieren, würde man dies zumeist gar nicht realisieren, schildert das Robert-Koch-Institut diesbezüglich. Aus einigen Ansteckungen mit dem Erreger würden Grippe-ähnliche Symptome resultieren, führt das RKI aus. Das Krankheitsbild reicht von leichter Übelkeit, über Kopfschmerzen und Fieber bis hin zu neurologischen Auswirkungen.

Zwischen der Infektion und ersten Symptomen können Erkenntnissen zufolge zwei bis 14 Tage vergehen. Bei manchen Patienten könne gar eine Meningitis (Hirnhautentzündung) auftreten. Diese verlaufe in den meisten Fällen zwar gutartig und die Infektion heile ohne bleibende Schäden aus. In schlimmen Fällen könne es jedoch dazu kommen, dass die angesteckte Person ums Leben kommt.

Video: SAT.1

West-Nil-Virus wird durch Zugvögel nach Deutschland geschleppt

Die Gefahr steigt natürlich in dem Maße, als dass mit einer weiteren Zunahme des Erregers auch in Deutschland gerechnet wird. Die Dunkelziffer der Ansteckungen mit dem West-Nil-Virus wird wesentlich höher eingeschätzt.

Experten gehen zudem davon aus, dass das WNV-Virus hauptsächlich durch Zugvögel eingeschleppt wird, sie gelten demnach als wichtigster Wirt. Hiesige Stechmücken fungieren dann ebenfalls als Überträger, die kleinen Plagegeister saugen das Blut der Vögel, jedoch auch von Pferden oder Menschen. So können Viren munter von einer Spezies zur anderen weitergegeben werden.

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