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Yugo: Rückkehr des einstigen Kultautos aus Jugoslawien?

Autos

Steht das „schlechteste Auto aller Zeiten“ vor dem Comeback?

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    Klein, aber fein? Im Westen war der Yugo eher eine Kuriosität, über die man Witze machte.
    Klein, aber fein? Im Westen war der Yugo eher eine Kuriosität, über die man Witze machte. Foto: imago images/Pixsell

    Noch immer rumpeln Exemplare des kantigen Kultmobils in den Nachfolgestaaten des untergegangenen Jugoslawiens durch die Schlaglöcher der Balkanpisten: Der schmucklose, im serbischen Kragujevac von 1981 bis 2008 gefertigte Yugo wirkte schon zu Produktionszeiten wie eine aus der Zeitmaschine entsprungene Kreuzung der ersten VW-Polo-Modelle mit dem Fiat Panda. „Y(o)u go – or not“ witzelte 2007 das US-Magazin Time, als es den Billig-Zweitürer kurz vor der Produktionseinstellung in seine „Liste der 50 schlechtesten Automobile aller Zeiten“ aufnahm. Die heizbare Heckscheibe des Yugo diene vor allem zum Aufwärmen der Hände beim Schieben. Man fährt – oder eben nicht.

    Der Unternehmer hat sich die Namensrechte gesichert

    Ganz im Retro-Trend will der deutsch-serbische Unternehmer Aleksandar Bjelic dem Yugo dennoch zu einem Comeback und neuem Leben verhelfen. Ende 2023 hatte er sich über seine in Schwäbisch Gmünd registrierte Firma Globo GmbH vorläufig für ein Jahrzehnt die Namensrechte gesichert. Bis zur 2027 in Belgrad geplanten Expo-Weltausstellung will er auf eigene Kosten und mithilfe des serbischen Designers Darko Marceta einen produktionsreifen Prototyp entwickeln lassen, um interessierte Automobilkonzerne für die Serienfertigung eines „neuen“ Yugo zu gewinnen.

    Tatsächlich galt das von den Zastava-Werken gefertigte Auto trotz der Time-Schmähung zu Zeiten des sozialistischen Jugoslawiens als Erfolgsmodell – und Exportschlager. Seit den 50er-Jahren hatten die Zastava-Werke in Krajujevac Fiat-Modelle in Lizenz produziert, doch sich erst Anfang der 80er mit der Eigenentwicklung Yugo auf den Markt gewagt. Von den mehr als 800.000 produzierten Fahrzeugen wurden zwischen 1985 und 1990 sogar 141.511 in die USA exportiert: Hollywoods Filmemacher setzten den Yugo gerne als Spaßmobil und bei wilden Verfolgungsjagden ein.

    Die Jugoslawienkriege der 90er-Jahre sollten dem Siegeszug des Yugo dann ein abruptes Ende bereiten – und seinen Niedergang einläuten. Mit dem Zerfall des Vielvölkerstaates verloren die Zastava-Werke wichtige Zulieferer und Märkte. Während des Kosovo-Kriegs 1999 wurden die Werke von der Nato bombardiert und teilweise zerstört.

    Versuche, die Produktion nach der Jahrtausendwende und dem Fall des einstigen Autokraten Slobodan Milosevic neu zu beleben, missglückten. Trotz des geringen Preises von 4500 Euro fanden die veralteten Yugo-Modelle selbst in Serbien kaum mehr Käufer. Sang- und klanglos wurde die auf ein Dutzend Automobile pro Tag geschrumpfte Produktion Ende 2008 eingestellt.

    Schon andere Marken wurden wiederbelebt

    Die Kanten und Ecken des Yugo sind bei dem kürzlich im serbischen TV-Kanal SAT von Bjelic präsentierten Modell eines möglichen Nachfolgers stromlinienförmigen Rundungen gewichen. Das Chassis ist verbreitert, nur das legendäre „Y“-Signet auf der Kühlerhaube ist geblieben. Aber könnte der neugestaltete Yugo als Benziner im Billigsegment mit einem potenten Produzenten im Rücken wieder Käufer und Märkte finden? Noch hat kein Autokonzern öffentlich Interesse signalisiert. Dem immensen Kapitaleinsatz, der für ein Comeback des Yugo nötig wäre, stünden höchst ungewisse Erfolgsaussichten gegenüber. Renault ist in Rumänien zwar die Auferstehung von Dacia geglückt. Der koreanische Daewoo-Konzern war in den 90er-Jahren bei der versuchten Wiederbelebung der polnischen Polonez-Vehikel hingegen kläglich gescheitert.

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