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Koran-Verbrennung: Neun Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

Koran-Verbrennung

Neun Tote bei Selbstmordanschlag in Afghanistan

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    Die Unruhen in Afghanistan nehmen kein Ende.
    Die Unruhen in Afghanistan nehmen kein Ende. Foto: dpa

    Bei einem Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans sind am Montag neun Menschen getötet worden. Acht weitere Menschen wurden nach neuen Angaben der Polizei verletzt, als sich der Täter am Flughafen von Dschalalabad mit seinem Auto in  die Luft sprengte.

    Grund: Rache für die Koran-Verbrennung

    Soldaten der internationalen ISAF-Truppe hätten das Gebiet, in dem sie einen Stützpunkt haben, weiträumig abgeriegelt, berichtete ein Sprecher der Provinzregierung. Zu der Tat bekannten sich die radikalislamischen Taliban, sie sprachen von "Rache" für die Verbrennung von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten.

    Nach Angaben eines ISAF-Sprechers waren die Gebäude der internationalen Truppe von dem Anschlag nicht betroffen. Unter den Toten seien ersten Erkenntnissen zufolge keine ISAF-Soldaten, hieß  es in Dschalalabad. Die internationale Truppe hat auf dem Flughafen einen ihrer wichtigsten Luftwaffenstützpunkte.

    30 Tote seit Beginn der Proteste

    Salafismus - Strömung des Islamismus

    Zur islamistischen Strömung gehört der Salafismus. Diese religiöse und politische Bewegung orientiert sich an einem idealisierten Bild der Frühzeit des Islam. Das arabische Wort «Salaf» steht dabei für Ahnen und Vorfahren. Viele Salafisten tragen lange Bärte, weite Gewänder und Kopfbedeckungen. Frauen, die kein Kopftuch tragen, begehen nach Überzeugung von Salafisten eine schwere Sünde.

    In Deutschland stehen Teile der Salafisten-Bewegung im Verdacht, ein Sammelbecken für gewaltbereiten Islamismus zu sein und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen. Nach dem jüngsten Verfassungsschutzbericht üben viele salafistische Einrichtungen vor allem auf junge Muslime Anziehungskraft aus. Das Gedankengut könne eine Radikalisierung fördern.

    Afghanistan wird seit Tagen von heftigen Protesten und blutiger  Gewalt erschüttert. Auslöser waren Berichte über die Verbrennung  von Koran-Exemplaren durch US-Soldaten auf dem Stützpunkt Bagram. Seit dem Beginn der Proteste, die sich gegen die USA und die ISAF richten, wurden mindestens 30 Menschen getötet.

    Angesichts der Gewalt sagten der afghanische Verteidigungsminister und der afghanische Innenminister eine  geplante USA-Reise ab. Dies teilte das Pentagon in Washington am Sonntag mit. US-Verteidigungsminister Leon Panetta wollte die  beiden Minister aus Kabul ursprünglich am Donnerstag empfangen.

    Sie sagten den Angaben zufolge aber ab, "um mit anderen Regierungsmitgliedern und religiösen Führern zu beraten, wie das  NATO-Personal im Land geschützt und die Gewalt verringert werden kann". Nach der Koran-Verbrennung waren unter anderem zwei US-Militärberater im Kabuler Innenministerium erschossen worden. afp

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