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Stuttgart

22.06.2020

Kriminologe Pfeiffer: Krawalle sind Folge von Corona-Beschränkungen

Der Kriminologe Christian Pfeiffer sieht die Ursachen der Stuttgarter Randale in den Corona-Beschränkungen.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Exklusiv Nach den Ausschreitungen in Stuttgart läuft die Ursachenforschung. Warum der bekannte Kriminologe Christian Pfeiffer die Hauptursache im Corona-Lockdown sieht.

Der Kriminologe und frühere niedersächsische Justizminister Christian Pfeiffer sieht die Hauptursache der Krawalle in der Innenstadt von Stuttgart in den Coronavirus-Beschränkungen. "Da ist viel aufgestauter Ärger vorhanden", sagte der frühere Leiter des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen unserer Redaktion.

Kriminologe Pfeiffer: "Menschen, die eingesperrt waren, sind aggressiver."

"Wir haben viele Verlierer durch Corona", betonte Pfeiffer. "Hinzu kommt, dass die Leute mehrere Wochen wie eingesperrt waren, wenn man es mit dem uns sonst vertrauten Leben vergleicht. Menschen, die eingesperrt waren, sind aggressiver."

Der Kriminologe warnte davor, die Gewalttäter in falsche Kategorien einzuordnen: "Das Wort Partyszene ist für die Beschreibung der Randalierer ein sehr unglücklicher Ausdruck", betont er. Auch er sieht dahinter keine politischen Motive: "Mit Mut wegen des vermeintlichen Rassismus der Polizei in Stuttgart haben die Ausschreitungen nichts zu tun", betonte Pfeiffer. "Die Stuttgarter Polizei ist nicht rassistisch. Unsere Polizei unterscheidet sich deutlich von der amerikanischen."

Gewaltbereite Personen haben in der Nacht auf Sonntag in Stuttgart für Chaos gesorgt: Sie griffen auch Polizei und Rettungsdienst an und warfen Schaufensterscheiben ein.
12 Bilder
Krawalle in Stuttgart: Zerstörte Schaufenster und viel Polizei
Bild: Simon Adomat, dpa

Ex-Justizminister zu Eskens Rassismus-Aussage: "Das ist ein Schmarrn"

Scharfe Kritik äußerte der frühere niedersächsische Justizminister in diesem Zusammenhang an der SPD-Parteichefin Saskia Esken. "Für mich als SPD-Mitglied ist es geradezu peinlich, wie sich die SPD-Vorsitzende Esken geäußert hat. Das ist ein Schmarrn." Esken hatte erklärt, in den Reihen der Sicherheitskräfte in Deutschland gebe es einen latenten Rassismus.

Lesen Sie dazu auch: Nach Krawallen in Stuttgart: Politik und Polizei beraten über Folgen

Und den Kommentar: Krawalle in Stuttgart: Es geht zu wie im Bürgerkrieg

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23.06.2020

Corona mag an vielem schuld sein, aber die latent vorhandene Aggressivität grassiert als Seuche schon länger. Wenn sich Leute um Parkplätze prügeln, in der Bar "einfach mal hingelangt wird", wenn Sanitäter, Feuerwehr und andere Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit gehindert werden, weil sie den Gaffern im Weg stehen, … dann stimmt woanders was nicht. Es ist noch nicht so lange her, dass ein Feuerwehrmann auf dem Kö sein Leben verlor, weil einer seine Aggressivität nicht zügeln konnte. Und das ist kein Einzelfall. Corona war damals noch kein Thema. Vielleicht muss man sich einfach mal fragen, warum sich viele Menschen – nicht nur Jugendliche – nur noch durch Gewalt artikulieren können? Ein wahrhaft weites Feld für alle seriösen Wissenschaftler, die nicht nur auf den Corona-Zug aufspringen möchten. Das ist zu einfach!!!

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23.06.2020

Schlägereien gab es schon immer. Früher vielleicht sogar noch mehr.
Was stark zugenommen hat, ist die Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräfte. Aber geht das nicht schon viel früher los? Müssen sich nicht oft schon Lehrer für Strafen gegenüber Schülern gegenüber (einigen) Eltern rechtfertigen?
Gaffen ist kein neues Phänomen. Früher konnte man halt die Sache nicht filmen und ein Foto hatte man auch nicht sofort zu Hand. Das hat sich durch die Smartphones geändert. Zudem kann man seine Beute auch gleich auf sozialen Medien präsentieren ...
Den Fall am Kö würde ich hier nicht als Beispiel bringen. Erstens war dieser NICHT im Einsatz! Was genau passiert ist, sollte man erst mal die Gerichtsverhandlung abwarten. Hab da schon viele Versionen gehört ... wo die Sache nicht wirklich eindeutig ist. Finde da den Fall vor dem Klub in der Ulmer Straße kurz darauf ehrlich deutlich gravierender. Da wäre jemand ohne das Eingreifen der Security tot geprügelt worden ... wahllos und ohne Vorgeschichte.
Corona ist nicht der Grund für die Aggressivität und mangelden Respekt vor Einsatzkräfte. Aber die persönliche Lust und Freiheit wird schon länger bei einigen als höchstes Gut rücksichtlos über alles gestellt. Da sind die Corona-Einschränkungen diktatorisch und eine Kampfansage ...

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22.06.2020

>> Kriminologe Pfeiffer: Krawalle sind Folge von Corona-Beschränkungen <<

Irgendwie müssen ja die treuen Einwohner dieses Landes zu den eigentlichen Tätern gemacht werden ;-)

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22.06.2020

Die Herren Helmuth und Harald möchten die "Klientel" die sie ansprechen nicht näher definieren.
Das ist ihr gutes Recht; Zeigt aber auch das was Demokratie NICHT ausmachen sollte. Den Mund zu halten!

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22.06.2020

Sorry , ich verstehe Ihren Kommentar jetzt nicht ganz. Wenn Sie meinen man soll die Wahrheiten offen ansprechen dann passiert daß : "edit/mod." Siehe unten.
Dann wird die Meinungsfreiheit bzw nur das bennen von Fakten zensiert.

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22.06.2020

Zum Klientel in Stuttgart weiß ich zu wenig um da was genaueres sagen. Deshalb werde ich nicht näher darauf eingehen was deren Hintergrund ist. Wobei in meinen Augen der soziale Hintergrund oft mehr ausschlaggebend ist wie Religion oder Ethnie.
Hier in Augsburg sehe ich bei den Videos kein spezielles Klientel. Im Gegenteil. Fakt ist, dass viele scheinbar schnell aggressiv gegenüber der Polizei geworden sind ohne zu wissen was los war. Und einen gewissen Corona-Frust merkt man durchaus bei vielen. Auch hier im Forum. Stichwort Maske.
Die Aggression hat zugenommen. Thema häusliche Gewalt oder einfach mal einen Polizisten fragen.

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22.06.2020

Ich muß leider Herr Pfeiffer mit seinen eigenen Worten zitieren. "Das ist ein Schmarren".
Ich sehe gerade ein Interview mit Ahmad Mansour und muß eher ihm zustimmen.
Jeder hat gesehen welche Klientel da am Werk war. Die Staatsgewalt zieht sich immer weiter zurück. Schon bei einem Strafzettel rotten sich dutzende zusammen und bedrängen , beleidigen und verletzten Beamte. Das fängt schon damit an das solche Vorgänge seitens der Politik mit Partyscene eingeordnet werden. Dazu kommen dann lächeriche Strafen für solche ein Vergehen. Eher wird dann noch gegen Einsatzkräfte ermittelt. Siehe neuestes Berliner Gesetz

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22.06.2020

Sehe das eher Klientel unabhängig ... war in Augsburg vor gar nicht solanger Zeit auch ein Vorfall am Moritzplatz.
Auf youtube kann man die Videos von Teilen des Geschehens sehen .... (Achtung Ironie!) ganz schlimme Polizeigewalt und ganz starke Behinderung von "Journalisten" und "Bürgerrechtlern" (Ironie Ende!).
Alkohol, Gruppendynamik und die ganze Corona-Sache. Viele Corona-Regelungen sind lächerlich und kosten dadurch Akzeptanz von wichtigen Regelungen. Dazu kommen noch Freiheitskämpfer wie Hildmann und Neidoo, die mit Ihren Theorien gegen die "Staatsmacht" und den "dunklen Mächten" hetzen .... und wer ist die Staatsmacht abends nach dem 4. Bier auf der Straße?

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22.06.2020

@Harald V.
Sie glauben doch nicht allen Ernstes daß das irgend etwas mit Corona zu tun hat? Wenn irgend welche Wirrköpfe und ich meine nicht pauschal alle die ihr Demonstrationsrecht im Zusammenhang mit Corona in Anspruch nehmen , demonstrieren , fühlen sich in Stuttgart ca 400-500 sogenannte Partyszeneteilnehmer zu Randale animiert ? Ja klar!
(edit/mod)

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22.06.2020

@Helmuth H. Es sind nicht nur junge Männer mit Migrationshintergrund. Auch viele gelangweilte Mittelstandkids haben keinerlei Respekt vor der Polizei. Fragen sie mal Polizisten die bei Faschingsumzügen von arischen Jugendlichen aus dem Mittelstand angemacht und "belehrt" werden.
Aber wenn man einfach jemand die ganze Schuld zuweisen kann, ist das einfacher und es erhält einen das schwarz-weiss-Muster.

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23.06.2020

D i e eine Ursache für die Stuttgarter Gewaltexzesse gibt nicht. Auch Ahmad Mansour tut sich sehr schwer damit, eine nachvollziehbare Erklärung zu liefern.
Ein relativ erhellendes Schlaglicht auf die Hintergründe wirft m. E. dieser Bericht auf Focus-online:

https://www.focus.de/politik/deutschland/streetworker-stadt-stoppte-mittel-fuer-praeventionsprojekt-in-city-sdfdsf_id_12129057.html

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