Augsburg Michael Vogt sitzt mit seiner „Babetta“, einem Güterschiff, in diesen Tagen auf dem zugefrorenen Main im Landkreis Kitzingen fest. Keine Spur von Panik oder Aufgeregtheit. „Dieser Winter ist längst nicht extrem“, sagt er. Diese Temperaturen seien ganz normal.
Nun, es kommt nicht jeden Winter vor, dass in ganz Bayern der Schiffsverkehr zum Erliegen kommt, weil Main, Donau und der Main-Donau-Kanal so wie jetzt vereist sind. Auch auf dem Bodensee fahren immer weniger Schiffe. Die meisten Fischerboote sind in den Hafenbecken festgefroren, der Katamaran, der normalerweise Konstanz und Friedrichshafen verbindet, liegt wegen der Eisschollen vorerst vor Anker. Nur die größeren Fähren von Meersburg nach Konstanz und Friedrichshafen verkehren noch.
Das heißt auch, dass der Bodensee noch weit von der „Seegfrörne“ entfernt ist, bei der Deutschlands größtes Binnengewässer zur vollständigen Eisfläche wird. Dazu war die aktuelle Frostperiode bisher viel zu kurz. Die Älteren erinnern sich noch an das letzte Mal vor 49 Jahren. Ab November 1962 hatte es damals dauerhaft Minustemperaturen gegeben. Aber erst am 6. Februar war es so weit, dass sich einige junge Männer als Erste trauten, über das Eis hinüber in die Schweiz zu gehen.
Die klirrende Kälte des Winters 2012 bleibt uns noch länger erhalten, sagen die Meteorologen. Binnenschiffer Michael Vogt hat also noch viel Zeit für kleinere Reparaturen an seiner „Babetta“.