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Moria
11.09.2020

Entwicklungsminister Müller fordert Aufnahme weiterer Flüchtlinge aus Moria

Mehr als 24 Stunden nach Ausbruch der Feuer gab es immer noch keine offiziellen Angaben, wie viele Menschen obdachlos wurden.
Foto: Socrates Baltagiannis, dpa

Exklusiv Der CSU-Politiker Müller will Migranten aus Lesbos nach Deutschland holen. Die mutmaßliche Brandstiftung im Lager dürfe kein Hinderungsgrund für eine Ausreise sein.

Nach der Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, minderjährige Flüchtlinge aus dem abgebrannten griechischen Lager Moria aufzunehmen, dringt CSU-Entwicklungsminister Gerd Müller darauf, auch erwachsenen Migranten von der Insel Lesbos nach Deutschland zu holen. Der CSU-Politiker kritisierte im Gespräch mit unserer Redaktion die Haltung der griechischen Regierung wegen mutmaßlichen Brandstiftung keine Bewohner des Lagers ausreisen lassen zu wollen. "Die Menschen sind nach dem Ausbruch von Corona in dem Lager verzweifelt und ‎bekamen keine Hilfe, es ist tragisch dass in der Panik einige offenbar keinen anderen Ausweg gesehen haben", sagte Müller unserer Redaktion. "Wir können das nicht zerreden, den Menschen muss jetzt sofort geholfen werden", forderte er.

Müller: Deutschland muss Solidarität von anderen Ländern einfordern

In der Frage der Hilfsangebote mehrere Bundesländer und Kommunen Migranten aus Griechenland aufzunehmen, stellte sich Müller sich erneut gegen die Linie seines CSU-Parteifreunds Bundesinnenminister Horst Seehofer. "Wir sollten auch das Angebot von Ländern und Kommunen annehmen, 2000 Menschen aus dem Lager aufzunehmen", bekräftigte er. „Die Städte wissen ja sehr genau, was leistbar ist und was nicht“, sagte Müller. "Diese Solidarität müssen wir aber auch von anderen europäischen Ländern einfordern", fügte er hinzu.

Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos und dessen Umgebung sind mehrere Brände ausgebrochen. Medienberichten zufolge stehen auch Wohncontainer in Flammen, weshalb die Behörden das Lager evakuierten.
15 Bilder
Das Flüchtlingslager Moria wurde bei Bränden fast vollständig zerstört
Foto: Panagiotis Balaskas/AP/dpa

Der Entwicklungsminister sprach sich für ein gemeinsames Konzept der Flüchtlingspolitik der acht bis zehn EU-Länder aus, die am davon stärksten betroffen seien. "Diese Katastrophe ist der letzte Weckruf, um endlich zu einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik in Europa zu kommen", betonte er. "Wir können nicht weitere fünf Jahre auf Einstimmigkeit innerhalb der Europäischen Union warten", mahnte Müller.

Der CSU-Politiker kritisierte erneut die Zustände in dem griechischen Lager auf der Insel Lesbos scharf. "Moria ist kein Flüchtlingslager sondern ein Gefängnis", sagte Müller. "Kaum ein Lager der Welt hat schlechtere Lebensbedingungen", betonte der Entwicklungsminister. "Das ist unvorstellbar, das ist eine Schande für Europa."

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Die Diskussion ist geschlossen.

11.09.2020

Fordern kann er ja - er muß ja nicht bezahlen da es wohl nicht sein Geld ist.

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11.09.2020

(edit/mod/NUB 7.2)

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