Newsticker
RKI-Chef Wieler: "Wird noch schwieriger, das Virus im Zaum zu halten"
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Stella Kyriakides kündigt Schnellverfahren für Mutations-Impfstoff an

EU-Gesundheitskommissarin

14.02.2021

Stella Kyriakides kündigt Schnellverfahren für Mutations-Impfstoff an

Stella Kyriakides, EU-Gesundheitskommissarin, während einer Pressekonferenz im EU-Hauptquatier.
Bild: Yves Herman, Reuters Pool, AP, dpa

Exklusiv An die Mutationen angepasste Impfstoffe müssen nicht den ganzen Zulassungsprozess durchlaufen. Das kündigt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides an.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat ein Schnellverfahren angekündigt, wenn zugelassene Corona-Impfstoffe an Virus-Mutationen angepasst werden müssen. „Wir haben nun entschieden, dass ein Impfstoff, der vom Hersteller auf der Basis des bisherigen Vakzins zur Bekämpfung neuer Mutationen nachgebessert wurde, nicht mehr den ganzen Zulassungsprozess durchlaufen muss“, sagte Kyriakides unserer Redaktion. „Es wird also schneller gehen, geeignete Impfstoffe verfügbar zu haben, ohne bei der Sicherheit Abstriche zu machen“, fügte sie hinzu.

Kyriakides kündigte an, dass ungeachtet der unklaren Situation bei AstraZeneca der bis Ende September mindestens 700 Millionen Dosen für die doppelte Impfung zur Verfügung stünden, „was mehr als genug für 70 Prozent der EU-Bevölkerung ist“. Bis Ende Juni stünde mit 300 Millionen Dosen der bislang drei zugelassenen Impfstoffe für mehr als ein Drittel der EU-Bürger zur Verfügung. „Diese Zahl könnte sich sogar noch erhöhen, wenn der Impfstoff von Johnson&Johnson hinzukommt“, sagte die Gesundheitskommissarin.

EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides: "Die europäische Impfstrategie ist ein Erfolg.“

„Vor zehn Monaten hat niemand geglaubt, dass so schnell wirksame und sichere Impfstoffe entwickelt würden und für den Bürger zur Verfügung stehen“, sagte Kyriakides . „Es ist also falsch zu behaupten, dass wir nur Fehler gemacht hätten“, fügte sie hinzu. „Ohne die EU hätten die Bürger in allen 27 Mitgliedstaaten unabhängig von der Größe und der Wirtschaftskraft wahrscheinlich keinen Zugang zu Vakzinen bekomme. Die europäische Impfstrategie ist ein Erfolg.“

Die EU will zudem die Zulassung von Medikamenten gegen Corona-Erkrankungen beschleunigen. „Parallel zum Impfstoff-Management treiben wir mit den Herstellern die Entwicklung von geeigneten Arzneimitteln voran“, sagte Kyriakides. „Ich kann Ihnen keinen genauen Zeitpunkt sagen, wann genügend zur Verfügung stehen. Aber das Thema hat eine hohe Priorität für uns.“

Kyriakides hofft zudem auf baldige Klarheit darüber ob, auch Geimpfte das Virus weitergeben können. „Das ist eine der wichtigsten Fragen, die die Wissenschaftler schnellstmöglich beantworten müssen“, sagte die Gesundheitskommissarin. „Die Europäische Kommission und die Europäische Arzneimittel-Agentur warten wirklich jeden Tag darauf, dass uns die Forscher darauf eine verlässliche Antwort geben können.“ (AZ)

Hier lesen Sie das ganze Interview: EU-Gesundheitskommissarin Kyriakides: "Wir haben nicht nur Fehler gemacht."

Das könnte Sie auch interessieren:

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren