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Stinkefinger-Pose: "Cool, aber sehr riskant": Geste wird Steinbrück eher schaden

Stinkefinger-Pose

"Cool, aber sehr riskant": Geste wird Steinbrück eher schaden

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    Ist es Kalkül oder ein weiteres Fettnäpfchen kurz vor der Bundestagswahl? Peer Steinbrücks Stinkefinger auf dem Titel des SZ-Magazins hat große Aufregung ausgelöst. Für den Politik-Experten Michael Weigl von der Ludwig-Maximilians-Universität München ist die Pose zumindest eine "sehr riskante Aktion".

    "Irritierende und abschreckende Wirkung"

    "Cool ist es ja schon", findet der Politikwissenschaftler. Dennoch hätte er dem SPD-Kanzlerkandidaten niemals empfohlen, das Bild veröffentlichen zu lassen. Zwar zeige das Foto, dass Steinbrück unangepasst ist und ringe daher bestimmt vielen Bürgern Respekt ab, aber: "Es ist eine zweischneidige Geste." Die Gefahr für Steinbrück sei groß, da es nicht nur um den Parteipolitiker Steinbrück gehe, sondern vor allem um den Kanzlerkandidaten und das Kanzleramt. "Die Wähler haben ein Verständnis für die Rolle eines Kanzlers" - und da passe der Mittelfinger nicht dazu.

    "Dieses Bild wird für viele wohl eher eine irritierende und abschreckende Wirkung haben", sagt Weigl. Die Öffentlichkeit werde die Geste so schnell nicht vergessen. "Es würde ihn die gesamte Kanzlerschaft über begleiten."

    Das Bild entstand in der Reihe „Ein Interview ohne Worte“ des SZ-Magazins, in der die „Gesprächspartner“ Fragen mit Gesten statt mit Worten beantworten. Mit der Stinkefinger-Pose reagierte Steinbrück auf die Frage nach den Spitznahmen, die ihm diverse Wahlkampfpannen einbrachten - ausgerechnet. Die Mehrheit der Wähler, so Weigl, werde das Mittelfinger-Bild als eine neue Episode in der Serie des "Pannen-Peer" interpretieren.

    Eine neue Episode in der Serie des "Pannen-Peer"?

    "Die Pose bestärkt lediglich diejenigen, die ihn sowieso schon gut fanden." Weigl zufolge transportiert das Bild vor allem Arroganz und keinesfalls eine versöhnliche Geste. Wird der Mittelfinger sich auch negativ auf das Wahlergebnis auswirken? "Zumindest", so Weigl, "wird die Geste nicht zuträglich sein"

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