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TV-Kritik
13.09.2021

Die merkwürdige Dynamik der Triell-Moderatoren

Die Moderatoren Maybrit Illner (ZDF) und Oliver Köhr (ARD) im Studio Berlin Adlershof.
Foto: Wolfgang Kumm, dpa

Oliver Köhr und Maybrit Illner fielen sich ständig ins Wort, sprangen zwischen den Themen hin und her. Was war da los?

Auf den ersten Blick wirkte die Aufstellung klar: Die Kandidaten hinter ihren Pulten auf der einen Seite, die Moderatoren auf der anderen, ein "Dreikampf ums Kanzleramt", wie die ARD das Triell etwas martialisch überschrieben hatte. Aber schon nach den ersten Minuten war nicht mehr ganz so offensichtlich, wer hier eigentlich gegen wen kämpft. Nicht nur die Kandidaten und die Kandidatin diskutierten hitzig, auch zwischen ZDF-Moderatorin Maybrit Illner und dem ARD-Chefredakteur Oliver Köhr kam es zum Schlagabtausch.

Immer wieder unterbrachen sich die beiden, konnten sich nicht einigen, wer nun wem eine Frage stellt. Es wirkte, als ob sie sich im Vorfeld wenig abgesprochen hatten, vielleicht auch gar nicht absprechen wollten. Illner warf dem Kollegen mehrmals Blicke zu, die sich durchaus als genervt interpretieren ließen.

Triell-Moderator Oliver Köhr ist seit Mai ARD-Chefredakteur

Die sonderbare Dynamik dieses Triells blieb auch dem Publikum vor dem Fernseher nicht verborgen. "Das eigentliche Duell: Illner vs. Köhr", kommentierte ein Nutzer auf der Internet-Plattform Twitter. Auch die Mitarbeiter der öffentlich-rechtlichen Satiresendung "Extra 3" konnten sich einen Seitenhieb nicht verkneifen: "Im Gegensatz zum letzten Mal geht es bei diesem Triell endlich mal hart her! Zumindest zwischen Moderatorin und Moderator", schrieb die Redaktion auf Twitter.

Besonders ARD-Chefredakteur Köhr machte keine gute Figur. Der Journalist, der seit Mai auf diesem Posten sitzt, wirkte stellenweise fahrig, deutlich weniger souverän als die erfahrene Moderatorin Illner, die er immer wieder unterbrach. Einige Male musste er seine Fragen neu stellen, weil die Interviewten sie nicht verstanden hatten.

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Aber auch Illner überzeugte im Duo mit Köhr nicht durchgehend. Beide, die Moderatorin und der Moderator, hasteten durch die Themen, sprangen mehrmals hin und her. Außenpolitik wurde trotz der aktuell schwelenden Afghanistan-Krise gar nicht angesprochen.

Anne Will moderierte im Anschluss an das Triell

"Schade, dass der ARD-Chefredakteur sich unbedingt selbst einwechseln musste", kommentierte ein Nutzer auf Twitter. Und tatsächlich hätte das Erste gut daran getan, wie das ZDF nicht auf den ranghöchsten Journalisten zu setzen, sondern eher auf jemanden, der Polit-Talk-Erfahrung mitbringt. An fähigen Personen mangelt es sicher nicht. Gleich im Anschluss an das Triell lief eine Sendung, in der die Verantwortlichen sicher fündig geworden wären: Anne Will diskutierte mit Politikern und Politikerinnen über die Ergebnisse des Dreikampfs – und zeigte, wie politische Diskussion auch aussehen kann.

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