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Trauer: Mit einem Lächeln im Gesicht

Trauer

Mit einem Lächeln im Gesicht

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    Paola und Kurt Felix moderierten zwischen 1983 und 1990 gemeinsam die Fernsehshow "Verstehen Sie Spaß?". Der beliebte Fernseh-Moderator ist am vergangenen Mittwoch seinem Krebsleiden erlegen.
    Paola und Kurt Felix moderierten zwischen 1983 und 1990 gemeinsam die Fernsehshow "Verstehen Sie Spaß?". Der beliebte Fernseh-Moderator ist am vergangenen Mittwoch seinem Krebsleiden erlegen. Foto: Patrick Lux dpa

    Damals, in den achtziger Jahren, saß man abends oft vor dem Fernseher und sah, wie Kurt Felix mit seiner Frau Paola „Verstehen Sie Spaß?“ moderierte: schelmisch, verschmitzt, sanftmütig und vor allem: ungeheuer warmherzig.

    Nun hat Kurt Felix, dieser große Gentleman und großartige Fernsehunterhalter, den Kampf gegen den Krebs verloren: Am vergangenen Mittwoch, im Alter von 71 Jahren, starb er in St. Gallen, wo er am Samstag beigesetzt wurde. „Gerade in dieser großen Traurigkeit denke ich unendlich dankbar zurück an die schönsten Jahrzehnte meines Lebens, die ich mit ihm erleben durfte“, teilte seine Frau Paola mit. Ihr Mann sei „mit schönen Erinnerungen und einem Lächeln im Gesicht von dieser Welt gegangen“. Nur zu gerne möchte man das glauben.

    Den Humor der Deutschen wie kein Zweiter geprägt

    Jetzt, im Rückblick, scheint es ja so zu sein, dass Kurt Felix sein ganzes Leben mit einem Lächeln im Gesicht durchlief. Außer jeder Frage steht, dass er, der gebürtige Schweizer, es wie kaum ein Zweiter vermochte, den Humor der Deutschen die gesamten achtziger Jahre hindurch zu spiegeln und zu prägen. Seine Streiche, die Felix mit versteckter Kamera drehte und anschließend in seiner Show „Verstehen Sie Spaß?“ von 1981 bis 1983 alleine, dann bis 1990 mit seiner zweiten Frau Paola, die er 1980 geheiratet hatte, einem Millionenpublikum präsentierte, waren Familienunterhaltung im allerbesten Sinn.

    Rolltreppen, die ferngesteuert plötzlich ihre Richtung ändern, Ampeln, die von Grün auf Dauerrot wechseln, Schranken, die scheinbar grundlos hoch- und runtergehen – es waren zutiefst harmlose Späße, die Felix veranstaltete, biedere, putzige Streiche, die Passanten ebenso treffen konnten wie Prominente. Kurt Felix konfrontierte seine Opfer mit inszenierten Pannen und Unzulänglichkeiten des Alltags, mit unerklärlichen Situationen, die den Realitätssinn der Leute aushebelten – und diese so auf die Probe stellten.

    Kurt Felix: "Das Opfer muss mitlachen können"

    Die Schadenfreude allerdings, die aus dem Zuschauen wuchs, milderte Kurt Felix mit seiner zurückhaltenden, mitfühlenden Moderation ab. „Das Opfer muss mitlachen können“, war seine Maßgabe. Nie wurde bei ihm eine Schmerzgrenze gebrochen, nie unterhalb der Gürtellinie gefilmt. Tabubrüche, die hatte Kurt Felix nicht nötig. Dafür war er als Fernsehmacher einfach zu gut.

    „Fernsehen ist mein Leben“, das hatte Felix in einem seiner letzten Interviews gesagt, und damit hatte er vollkommen recht. Seine Fernsehkarriere schlug er dennoch auf einem Umweg ein: Fünf Jahre lang, von 1960 bis 1965, unterrichtete Felix an der Gewerbeschule in Frauenfeld, parallel dazu verfasste er Beiträge für die Schweizer Rundfunkgesellschaft und schrieb rund 300 Fernsehberichte und Radioreportagen. Seine erste Fernsehsendung für das Schweizer Fernsehen war 1965 „Das große Bücherquiz“.

    Mit "Verstehen Sie Spaß?" Fernsehgeschichte geschrieben

    Ebenfalls im Schweizer Fernsehen moderierte Felix von 1974 bis 1981 die Sendung „Teleboy“. Schon damals dreht er kleine Filme mit versteckter Kamera, experimentiert mit dem Format der Samstagabend-Show. Zur Vollendung bringt er das Genre mit „Verstehen Sie Spaß?“, der Sendung, mit der Kurt Felix TV-Geschichte geschrieben hat.

    Auf dem Zenit seines Triumphes, im Jahr 1990 und zu seinem 50. Geburtstag, zieht sich Kurt Felix als Showmaster zurück. Nun hat er mehr Zeit für Daniel, seinen Sohn aus erster Ehe, nun schreibt er Drehbücher, entwickelt Ideen, setzt Filme um. „Mein Lebensmotto war immer: 25 Jahre lernen, 25 Jahre arbeiten, 25 Jahre genießen“, sagte er; doch der Krebs, der 2003 das erste Mal kommt und 2010 zurückkehrt, bestimmte die letzten Jahre mehr und mehr das Leben von Kurt Felix. Tapfer war er die ganze Zeit. Aber Tapferkeit reicht manchmal nicht. AZ

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