Mitt Romney, der Favorit der Republikaner im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur, ist seinem Ziel ein größes Stück näher gekommen: Mit einem dreifachen Vorwahl-Sieg hat er sich von seinen Mitbewerbern weiter abgesetzt. Der Ex-Gouverneur des US-Bundesstaates Massachusetts gewann Medienberichten zufolge am Dienstag in Maryland, Wisconsin und der Hauptstadt Washington. Damit hat Romney nach Berichten des TV-Senders CNN nun mehr als die Hälfte der für die Nominierung auf dem Parteitag Ende August benötigten Delegiertenstimmen sicher.
Herausforderer Santorum in Washington nicht auf dem Wahlzettel
In Maryland erreichte Romney Teilergebnissen zufolge 48 Prozent der Stimmen, sein ärgster Rivale Rick Santorum kam nur auf 30 Prozent. In Washington steuerte der Ex-Gouverneur mit 70 Prozent sogar auf einen noch deutlicheren Erfolg zu. Santorum hatte es in der Hauptstadt erst gar nicht auf den Wahlzettel geschafft, weil er im Vorfeld nicht ausreichend Unterschriften zusammenbekommen hatte.
Das ist Mitt Romney
Willard Mitt Romney wurde am 12. März 1947 in Detroit, Michigan geboren.
Im Jahr 1969 hat er seine Frau Ann Lois Davies geheiratet, er war bei der Hochzeit 22 Jahre alt und ist noch immer mit seiner Frau zusammen.
Der 65-Jährige hat fünf erwachsene Söhne und sechzehn Enkelkinder.
Mitt Romney ist ehemaliger Gouverneur des Bundesstaates Massachusetts.
Bereits sein Vater war Politiker: George W. Romney war von 1963 bis 1969 Gouverneur von Michigan.
Er kämpft um die Kandidatur der Republikanischen Partei für die Präsidentschaftswahl 2012.
Romney hat an der Harvard Universität studiert. Er hat zwei Studienabschlüsse: Einen Master of Business Administration und einen Abschluss in Rechtswissenschaften
Sein Vermögen wird auf 250 bis 350 Millionen Dollar geschätzt.
Romney gehört dem konservativen Flügel der Republikanischen Partei an.
Er lehnt gleichgeschlechtliche Ehen ab, aber ist mit der Einführung von Eingetragenen Partnerschaften in den einzelnen US-amerikanischen Bundesstaaten einverstanden.
Romney hat eine harte Haltung gegenüber illegalen Einwanderern, lehnt die nachträgliche Legalisierung ab.
Außerdem ist Romney ein Gegner des Rechtes auf Abtreibung, das er bei seinen Wahlkämpfen in Massachusetts 1994 und 2002 noch befürwortete.
Anders als in Maryland, wo eher moderate Republikaner zuhause sind, hatte sich der erzkonservative Ex-Senator Santorum in Wisconsin dagegen durchaus Chancen ausgerechnet. Romney fuhr Hochrechnungen mehrerer US-Sender zufolge aber auch in dem Bundesstaat im Mittleren Westen einen Sieg ein, wobei er laut Teilergebnissen allerdings nur wenige Prozentpunkte vor Santorum lag.
Der Ex-Senator gab sich am Wahlabend kämpferisch. "Wir haben nun den Punkt erreicht, wo Halbzeit ist", sagte Santorum vor Anhängern in seinem Heimatstaat Pennsylvania, in dem Ende April Vorwahlen stattfinden. Dann rief er seinen Unterstützern zu: "Die Hälfte der Delegierten in diesem Prozess sind vergeben, und wer ist bereit, in Pennsylvania für eine starke zweite Halbzeit aus der Kabine zu stürmen?" Der Ex-Gouverneur hofft dabei auch auf Siege in konservativen Staaten wie Texas oder Kentucky, die im Mai abstimmen.
Romney: 24 von 37 Vorwahlen gewonnen
Das ist Rick Santorum
Richard John „Rick“ Santorum wurde am 10. Mai 1958 in Winchester, Virginia geboren.
Der Republikaner wurde 1990 erstmals in das US-Repräsentantenhaus gewählt, 1994 in den Senat.
Santorums Vater Aldo Santorum stammt aus Riva del Garda, und wanderte aus Italien in die USA ein. Seine Mutter Catherine hat italienische und irische Vorfahren.
Mit 30 Jahren wurde Rick Santorum als Rechtsanwalt zugelassen und eröffnete eine Kanzlei in Pittsburgh.
Er und seine Frau haben sechs Kinder: Elizabeth Anne, Richard John („Johnny“) Jr., Daniel James, Sarah Maria, Peter Kenneth, und Patrick Francis. Ihr Sohn Gabriel starb nur zwei Stunden nach seiner Geburt.
Santorum ist Mitglied einer römisch-katholischen Kirchengemeinde in der Nähe von Washington. Er steht bei einigen Wählern aufgrund seiner konservativen Einstellung in der Kritik.
Santorum spricht sich dafür aus, Ärzte, die Abtreibungen vornehmen – selbst in Fällen von Vergewaltigungen oder Inzest –, strafrechtlich zu verfolgen, nicht aber die Frauen.
Santorum lehnt gleichgeschlechtliche Ehen und Partnerschaften ab und ist der Auffassung, ein Vater im Gefängnis sei gegenüber eines homosexuellen Vaters zu bevorzugen.
Rick Santorum kündigte an, er würde im Falle eines Wahlsieges den Iran dazu auffordern, Waffeninspekteure zuzulassen oder andernfalls den Iran bombardieren lassen.
Rick Santorum hält die Warnung von Wissenschaftlern vor der Klimaerwärmung für Unsinn. Diese Annahme sei Teil einer Verschwörung und daher müssten keine Maßnahmen dagegen getroffen werden.
Um auf dem Nominierungsparteitag ungefährdet zum Herausforderer von Präsident Barack Obama gekürt zu werden, muss ein Bewerber mindestens 1144 Delegierte hinter sich bringen. Romney hat bislang 24 von 37 Vorwahlen gewonnen und konnte laut CNN dabei rund 630 Wahlmänner verbuchen. Auf Santorum entfallen elf Siege und deutlich weniger als die Hälfte von Romneys Delegierten.
Dem Ex-Senator wird keine realistische Möglichkeit mehr eingeräumt, selbst die nötige Delegiertenzahl zu erreichen. Allerdings setzt er darauf, dass Romney diese Schwelle ebenfalls verfehlt. In diesem Fall könnte es auf dem Parteitag zu einer Kampfkandidatur kommen. Auch der abgeschlagene frühere Chef des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, spekuliert auf einen umkämpften Parteitag und erklärte bislang stets, bis zum Ende im Rennen bleiben zu wollen.
Obama stellt sich auf Romney ein
Romney war bei seiner Siegesrede in Milwaukee in Wisconsin in Feierlaune. "Danke an Wisconsin, Maryland und Washington, D.C.", rief er. "Das war schon wirklich eine ziemliche Nacht." Der Ex-Gouverneur stößt beim wertkonservativen Flügel der Republikaner auf Skepsis, in den vergangenen Tagen erhielt er aber die Unterstützung von weiteren einflussreichen Politikern seiner Partei - darunter der Anführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, sowie der frühere Präsident George Bush Senior.
Auch Obama scheint sich zunehmend auf Romney als Gegner einzustellen. Der Präsident griff den Ex-Gouverneur am Dienstag in einer Rede namentlich an und warf ihm vor, die "radikalen" Haushaltspläne der Republikaner im Kongress mitzutragen. Dabei prangerte Obama den "Sozialdarwinismus" der Republikaner an, der die Mittelschicht vernachlässige und die Reichen bevorzuge. afp