Forschungsministerin Dorothee Bär (CSU) hat die Bafög-Reform vorbereitet, den Zeitplan eingehalten – und erklärt jetzt, dass sie Verständnis hat, wenn die Reform scheitert. Stattdessen gibt es einen Ratschlag: Wer neben dem Studium jobbt, sammle wichtige Erfahrungen. Kein Drama also.
Bafög-Reform: Studierende kämpfen mit steigenden Wohnkosten in Großstädten
Zwischen dem, was Bafög für Wohnen zahlt, und dem, was ein WG-Zimmer in einer deutschen Großstadt kostet, klafft jedoch eine Lücke von mehr als 200 Euro im Monat. Jobben ist da keine Frage der Lebenseinstellung, sondern Notwendigkeit – nur fehlt dafür längst die Zeit. Die Kosten steigen, die Stundenpläne werden voller. Beides zusammen ist die Realität, auf die Bärs Ratschlag trifft. Das verschulte Bachelorstudium lässt wenig Freiräume: Wer Prüfungen, Pflichtseminare und Credit Points im Blick hat, hat keinen Stundenplan mehr, der sich ums Arbeiten herumorganisieren lässt – so die Kritik seit Einführung des Bachelorstudiums.
Junge Menschen aus bildungsfernen Haushalten starten selten ein Studium
Wer das besonders spürt, sitzt ohnehin selten im Hörsaal. Junge Menschen aus bildungsfernen Haushalten stellen laut Bundeszentrale für politische Bildung nur 30 Prozent der Studienanfänger, obwohl sie 53 Prozent der relevanten Altersgruppe ausmachen. Die Debatte über Bafög findet überwiegend unter Menschen statt, die es nicht brauchen. Der Vollkasko-Vorwurf trifft eine Gruppe, die zu klein ist, um ihn zurückzuweisen.
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