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Stromausfall: Das sollte man im Notfall immer im Haus haben

Stromausfall

Für den Ernstfall gerüstet: Was sollte man immer im Haus haben?

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    In den Notfallvorrat gehören ausreichend Wasser und haltbare Lebensmittel.
    In den Notfallvorrat gehören ausreichend Wasser und haltbare Lebensmittel. Foto: Christin Klose, dpa

    Gibt es Hinweise, dass die Vulkangruppe, die sich zu dem Anschlag auf das Berliner Stromnetz bekannt hat, etwas Ähnliches auch in Bayern plant?

    Nach Angaben von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nicht. „Derzeit liegen unseren Sicherheitsbehörden keine konkreten Hinweise auf vergleichbare Anschlagspläne in Bayern vor. Dennoch ist die Vorbereitung auf mögliche Stromausfälle ein zentraler Bestandteil unserer Krisenvorsorge und des vorbereitenden Katastrophenschutzes“, erklärt der Minister.

    Wie gut wäre Bayern auf einen Stromausfall wie in Berlin vorbereitet?

    Die Landratsämter, kreisfreien Städte und Gemeinden in Bayern sind verpflichtet, Notfallpläne vorzuhalten und diese regelmäßig zu aktualisieren. „Im Zuge der Energiekrise 2022/2023 haben wir umfangreiche Maßnahmen zum Bevölkerungsschutz umgesetzt. So sind in den bayerischen Gemeinden Anlaufstellen für die Bevölkerung in Krisenfällen – sogenannte „Leuchttürme“ oder „SOS-Punkte“ – konkret vorgeplant. Sie können bei Bedarf kurzfristig eingerichtet werden“, erklärt Herrmann. Bei einem lange anhaltenden Stromausfall im Winter mit Frost sind zudem umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen vorgesehen. Die Evakuierungspläne beinhalten die Belegung von Pensionen und Hotels und die Einrichtung von notbeheizten Aufnahme- und Betreuungsstellen in Messe- oder Sporthallen. Alle 96 bayerischen Kreisverwaltungsbehörden müssen dem Innenministerium zufolge Planungen für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung von mindestens 1000 Personen treffen.

    Gibt es genügend Notstromaggregate?

    Notstromaggregate – stationäre Generatoren, die mithilfe von Benzin, Diesel oder Gas Strom erzeugen – sind ein wesentlicher Bestandteil der bayerischen Krisenvorsorge. Und die wird aktuell noch ausgebaut. „Wir beschaffen derzeit weitere Notstromgerätesätze mit dem Ziel, mittelfristig alle 96 Kreisverwaltungsbehörden in Bayern auszustatten. Die ersten 20 Sätze mit Netzersatzanlagen, Lichtmasten und mobilen Stromerzeugern stehen bereits zur umgehenden Auslieferung bereit“, teilt Innenminister Herrmann mit. Beim Technischen Hilfswerk in Bayern gibt es zudem 21 Fachgruppen für Elektroversorgung, die alle mit leistungsstarken Notstromaggregaten ausgestattet werden sollen. Im Notfall können diese Fachgruppen dann Krankenhäuser oder Wasserversorger unterstützen.

    Was kann jeder Bürger und jede Bürgerin tun, um im Notfall zu Hause gerüstet zu sein?

    Vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gibt es klare Empfehlungen. Demnach sollte man sich für möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Wichtig ist vor allem ein Getränkevorrat. Ein erwachsener Mensch braucht mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit am Tag. Wenn man kochen möchte, sollte man 0,5 Liter Wasser zusätzlich einplanen. „Auch Wasser für Hygienezwecke sollte - soweit möglich - zusätzlich mitgedacht werden“, sagt eine Sprecherin des Bundesamtes gegenüber unserer Redaktion. Lebensmittel, die man gut lagern kann, sind etwa Trockenfrüchte, Konserven, Trockenfleisch, Nüsse, Zwieback oder Müsliriegel.

    Wie kann ich ohne Strom kochen?

    Mit einem Stövchen und einem Teelicht kann Essen aufgewärmt werden. Auch ein Fondue-Set mit Brennpaste kann dafür verwendet werden. Ein Gaskocher kann dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe zufolge auch zum Kochen genutzt werden, wenn er für die Nutzung in Innenräumen zugelassen ist. Mit einem Campingkocher mit Gaskartusche oder einem Gas- oder Holzkohlegrill darf allerdings nur im Freien hantiert werden.

    Sollte man Bargeld im Haus haben?

    Da bei Stromausfällen EC-Kartenzahlung und Geldautomaten ausfallen können, empfiehlt das BBK, einen angemessenen Bargeldbetrag griffbereit zu halten. „Eine konkrete Summe lässt sich nicht pauschal festlegen“, sagt die Sprecherin. „Entscheidend ist, kurzfristige Ausgaben bestreiten zu können.“

    Ist es sinnvoll, sich auch mit Benzin zu bevorraten?

    Das BBK empfiehlt keine gezielte Bevorratung von Kraftstoff in Privathaushalten. Eine ausreichende Tankfüllung im Fahrzeug könne aber freilich hilfreich sein. „Die Lagerung größerer Mengen Kraftstoff im Wohnumfeld ist aus Sicherheits- und Brandschutzgründen nicht ratsam und unterliegt gesetzlichen Vorgaben“, sagt die Sprecherin des Bundesamtes.

    Welche Vorbereitungen kann man noch treffen?

    Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät dazu, eine persönliche Hausapotheke zusammenzustellen. „Sie ist wichtig, wenn Sie in einer Notsituation Ihr Zuhause nicht verlassen können oder die medizinische Versorgung unterbrochen ist.“ Außerdem sollte man seine wichtigsten Dokumente griffbereit haben und sich im Vorfeld eine Mappe anlegen. Darin enthalten sollten unter anderem sein: Familienurkunden, Versicherungspolicen, Rentenbescheinigungen, Patientenverfügungen und Verträge.

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