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Corona-Pandemie
17.01.2022

Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer

Unter anderem im Libanon leben große Teile der Bevölkerung in Armut. Zugleich wächst das Vermögen der reichsten Menschen massiv an.
Foto: Marwan Naamani, dpa

Die Corona-Pandemie verschärft soziale Ungleichheiten: Während sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardäre verdoppelt hat, leben über 160 Millionen Menschen zusätzlich in Armut.

Vor dem Corona-Virus sind alle Menschen gleich? Zumindest wenn man einen Blick auf die Verteilung des Vermögens in der Welt wirft, trifft dies nicht zu – im Gegenteil. Laut einer Untersuchung der Wohltätigkeitsorganisation Oxfam konnten allein die zehn reichsten Menschen der Welt ihr Gesamtvermögen während der Pandemie auf 1,5 Billionen US-Dollar verdoppeln, alle Milliardärinnen und Milliardäre ihr Vermögen um fünf Billionen Dollar steigern und damit mehr als in den 14 Jahren vor der Pandemie zusammen – während gleichzeitig über 160 Millionen Menschen zusätzlich in die Armut gerutscht sind und steigende Lebensmittelpreise und explodierende Energiekosten das Problem zusätzlich verschärfen dürften. In Deutschland konnten die zehn reichsten Menschen ihr Vermögen sogar um 78 Prozent steigern seit Beginn der Pandemie – von rund 144 Milliarden auf 256 Milliarden Dollar. Allein dieser Gewinn, so Oxfam, entspreche annähernd dem Gesamtvermögen der ärmsten 40 Prozent, also von 33 Millionen Deutschen.

Der Milliardär Jeff Bezos gönnte sich von seinem Vermögen einen Flug ins All.
Foto: Chuck Bigger/Space Symposium via ZUMA Wire/dpa

„Für Milliardäre gleicht die Pandemie einem Goldrausch“, sagt Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland, und übt scharfe Kritik an der Politik. „Regierungen haben Milliarden in die Wirtschaft gepumpt, doch ein Großteil ist bei Menschen hängengeblieben, die von steigenden Aktienkursen besonders profitieren.“ Während ihr Vermögen so schnell wachse wie nie zuvor, habe die weltweite Armut drastisch zugenommen. „Soziale Ungleichheit ist eine schreiende Ungerechtigkeit, und sie tötet Menschen“, kritisiert Schmitt. „Das ist ein Zustand, den wir nicht länger hinnehmen dürfen."

Hohe Energiepreise, hohe Lebensmittelpreise

Tatsächlich sind die Sorgen und Nöte der ärmeren Bevölkerungsschichten massiv gewachsen – weltweit, aber auch in Deutschland. Hilfsorganisationen machen immer wieder darauf aufmerksam, dass durch die Pandemie sicher geglaubte Erfolge in der Armutsbekämpfung im Rekordtempo zunichtegemacht werden. 811 Millionen Menschen in der Welt leiden inzwischen an Hunger – Tendenz steigend. „Wir beobachten mit Sorge, dass die Preise für Getreide, Milchprodukte, Speiseöl und andere Grundnahrungsmittel derzeit nur eine Richtung kennen: aufwärts“, sagt Rafaël Schneider, stellvertretender Leiter der Politik-Abteilung der Welthungerhilfe. „Alle Warnlampen blinken rot, denn anhaltend hohe Nahrungsmittelpreise können bestehende Hungerkrisen verschärfen.“ Es sei zu erwarten, dass die Kosten weiter ansteigen werden, unter anderem durch höhere Energiepreise, gewaltsame Konflikte und den Klimawandel, aber auch durch Arbeitsausfälle und Lockdowns infolge der Corona-Pandemie.

Die Zahl der an Hunger leidenden Minderjährigen unter anderem in Afghanistan ist massiv gestiegen.
Foto: Bram Janssen, dpa

Die Abwärtsspirale dürfte sich damit für viele Menschen noch schneller drehen. „In Sierra Leone hat sich die Zahl der Haushalte, die mehr als 75 Prozent ihres Einkommens für Nahrungsmittel ausgeben 2021 gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt“, sagt Schneider. „Steigende Preise führen nicht nur zu Armut, sondern direkt in den Hunger: Familien verzichten auf Mahlzeiten und kaufen billigeres und weniger gesundes Essen. Die Kinderarbeit nimmt zu, wenn Eltern ihre Kinder zum Geldverdienen statt in die Schule schicken müssen.“ Über 20 Millionen Mädchen zusätzlich werden laut einer Oxfam-Schätzung nie wieder eine Schule besuchen. Jeden Tag würden mindestens 15.000 Menschen sterben, weil ihnen eine echte medizinische Versorgung verwehrt werde.

Aber auch in Deutschland ist die Kluft zwischen Arm und Reich spürbar: Die Armutsquote liegt laut dem Paritätischen Wohlstandsbericht bei 16,1 Prozent, das entspricht etwa 13,4 Millionen Menschen, die unter der Armutsgrenze leben und ist ein neuer Höchstwert. Als arm gelten für den Verband Menschen, denen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung steht. Vor allem ältere Menschen sind betroffen. Zugleich ist die Zahl der Millionäre hierzulande ebenso gewachsen wie deren jeweiliges Vermögen. An erster Stelle stehen dabei Beate Heister und Karl Albrecht jr., beide gehören der Aldi-Dynastie an. Ihr Vermögen wuchs zwischen März 2020 und November 2021 um 9,2 Milliarden Dollar – umgerechnet 29 Prozent. Noch größer war der Sprung bei Klaus-Michael Kühne, Mehrheitsaktionär des internationalen Logistikdienstleisters Kühne + Nagel. Sein Reichtum wuchs um 139 Prozent auf 34 Milliarden Dollar. Neu in der Liste der deutschen Superreichen ist Ugur Sahin, der mit dem Corona-Impfstoff seinem Unternehmen Biontech zu Weltruhm verholfen hat. Sein Vermögen wird auf 13,2 Milliarden Euro geschätzt. Im Vergleich zu den Top-Verdienern ist das geradezu bescheiden. Auf Platz 1 der Forbes-Liste steht Elon Musk mit 294,2 Milliarden Euro, auf Platz 2 Jeff Bezos mit 202,6 Milliarden Euro – alle weisen enorme Steigerungsraten auf, Musks Vermögen wuchs um 1096 Prozent.

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