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Corona-Pandemie
13.12.2021

Intensivmediziner Karagiannidis: "Die Inzidenz war und ist der maßgebliche Frühindikator"

Hätte man die hohe Last an Intensivpatienten verhindern können, wenn man weiterhin die Inzidenz als maßgebliches Kriterium herangezogen hätte?
Foto: Jens Büttner, dpa (Symbol)

Exklusiv Intensivmediziner Christian Karagiannidis fordert, Maßnahmen wieder stärker an der Inzidenz auszurichten. Bayerns Gesundheitsminister Holetschek ist skeptisch.

Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis  fordert wegen der sich ausbreitenden Omikron-Variante wieder einen stärkeren Blick auf die Inzidenzwerte. „Die Inzidenz war und ist der maßgebliche Frühindikator. Eine ohne Meldeverzögerung erhobene Hospitalisierungsrate und Intensivbelegung mit Covid-19 sind wichtige zusätzliche Faktoren in diesem Dreiklang. Das ist und war seit Beginn der Pandemie so“, sagte er unserer Redaktion. „Aber die Grenzwerte können oder werden für Omikron andere werden, daher brauchen wir dringend klinische Daten zum Verlauf, um hier robuste Grenzen setzen zu können.“ Gerade mit Blick auf die wohl ansteckendere Mutante sei es wichtig, die Zahlen zu senken. Karagiannidis ist Mitglied des neuen Corona-Expertenbeirats der Bundesregierung. Die Inzidenzwerte waren vor der vierten Corona-Welle als maßgebliche Richtschnur für die politischen Maßnahmen von der Hospitalisierungsinzidenz abgelöst worden. Inzwischen wurde wiederholt kritisiert, dass die zu spät anschlage.

Holetschek: Inzidenzwert "nicht mehr so aussagekräftig"

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek ist zurückhaltend was die Inzidenz angeht. Die Rahmenbedingungen hätten sich stark verändert, der Inzidenzwert sei „nicht mehr so aussagekräftig wie zu Zeiten, als nur wenige Menschen geimpft waren“. Er stehe deshalb nicht mehr im Mittelpunkt der politischen Entscheidungen, wichtig sei die Belegung der Intensivbetten. Ganz aus dem Blick wird der Wert aber auch in Bayern nicht geraten. So wird im Freistaat eine Region zum Hotspot, wenn eine Inzidenz von 1000 überschritten wird. Auch deshalb räumt Holetschek ein: „Zwar steht die 7-Tage-Inzidenz nicht mehr im Zentrum der Entscheidung für Schutzmaßnahmen, sie war und ist aber stets – neben vielen weiteren Parametern – ein wichtiger Indikator für die Entwicklungen des Infektionsgeschehens und hat dabei weiterhin die Funktion, auf mögliche Überlastungen des Gesundheitswesens frühzeitig hinzuweisen.“

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