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Donald Trump attackiert den Papst: US-Präsident beschimpft Leo XIV.

Vatikan

„Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan“: Trump wütet gegen den Papst

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    Papst Leo XIV. wird zu Beginn seiner Afrika-Reise von Trumps Kritik eingeholt.
    Papst Leo XIV. wird zu Beginn seiner Afrika-Reise von Trumps Kritik eingeholt. Foto: Alberto Pizzoli, AFP/AP/dpa

    Für seine erste große Reise hatte sich Papst Leo XIV. eigentlich anderes vorgenommen. Seit Montag ist er für zehn Tage in Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Im Mittelpunkt stehen sollten die Begegnung mit den Katholiken vor Ort, der interreligiöse Dialog und soziale Fragen. Dann aber postete US-Präsident Donald Trump in der Nacht zum Montag einen nie dagewesenen verbalen Angriff auf den Papst.

    Leo XIV. sei „schwach im Umgang mit Kriminalität und eine Katastrophe in der Außenpolitik“. Er „sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker“, wütete Trump auf seiner Plattform Truth Social. In solchem Ton hat sich noch kein Staatschef an das Oberhaupt der katholischen Kirche gewendet.

    Der Konflikt zwischen dem Vatikan und dem Weißen Haus schwelt schon länger

    Der Papst sollte ihm dankbar sein, fügte Trump hinzu. „Wäre ich nicht im Weißen Haus, wäre Leo nicht im Vatikan.“ Der 70-Jährige „stand auf keiner Liste der Papstkandidaten und wurde von der Kirche nur deshalb draufgesetzt, weil er Amerikaner war und man dachte, das wäre der beste Weg, um mit Präsident Donald J. Trump umzugehen“, behauptete Trump.

    Robert Francis Prevost war für die Kardinäle unter anderem deshalb eine Wahl, weil er zwar aus Chicago stammt, aber langjährige Seelsorger-Erfahrung in Peru hat. Bereits als Kardinal hatte Prevost die Flüchtlingspolitik des US-Präsidenten als „respektlos“ und „unmenschlich“ bezeichnet.

    Trumps Wutanfall in den sozialen Medien ist der bisherige Höhepunkt in einem seit Monaten schwelenden Konflikt. Leo XIV. war bisher für seine Zurückhaltung bekannt. Durch die Eskalation im Nahen Osten wurde der Papst beinahe notgedrungen zum Kritiker. Trumps Drohung, die iranische Zivilisation auszulöschen, bezeichnete Leo als „inakzeptabel“.

    Leo rief zu Ostern zum Frieden auf

    Am Samstag hatte Leo bei einer Gebetsfeier im Petersdom zu Frieden aufgerufen. Der Papst brandmarkte „jene Allmachtsphantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden“. Er erinnerte an die „nicht delegierbare Verantwortung“ der Regierenden und rief: „Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden! Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!“ „Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!“, fügte Leo hinzu.

    In einem Statement auf dem Flug nach Algier antwortete der Papst auf den Angriff des US-Präsidenten. „Ich fürchte weder die Trump-Regierung noch die Verkündigung der Botschaft des Evangeliums, die meiner Überzeugung nach meine und die Aufgabe der Kirche ist.“ Er sei kein Politiker und wolle nicht in eine Debatte mit dem US-Präsidenten eintreten. Seine Worte seien „keinesfalls auf Angriffe auf irgendjemanden gemeint“. Aber das Evangelium sei eindeutig, wenn es sage: „Selig sind die Friedensstifter!“

    Etwa jeder fünfte US-Amerikaner ist Katholik. Knapp 60 Prozent der katholischen Wähler stimmten bei der Präsidentschaftswahl 2024 noch für Donald Trump. Das könnte sich bei den Midterm-Wahlen im November ändern. Inzwischen ist auch seine Maga-Bewegung angesichts des Iran-Krieges tief gespalten.

    Bisher konnte Trump auf die Unterstützung der US-Katholiken zählen

    Besonders das Verhältnis des US-Präsidenten zu katholischen Kreisen ist belastet. Nun stellen sich immer mehr US-Bischöfe hinter den Papst. Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Paul Coakley, zeigte sich über Trumps Angriff auf den Papst „bestürzt“. Zuvor hatte der ultrakonservative US-Militärbischof Timothy Broglio an US-Soldaten appelliert, im Zweifel auf ihr Gewissen zu hören. Es sei „schwierig“, den Iran-Krieg nach katholischer Lehre „als etwas darzustellen, das vom Herrn unterstützt würde“.

    Offenbar versucht die US-Administration spätestens seit Januar, Druck auf den Vatikan auszuüben. In seiner Neujahrsansprache hatte Papst Leo XIV. vor Diplomaten indirekt die militärische Intervention der USA in Venezuela am 3. Januar kritisiert. „Krieg ist wieder in Mode gekommen“, sagte der Papst. Das in der Nachkriegsordnung festgelegte „Prinzip, das es Ländern verbot, Gewalt anzuwenden“ sei „gebrochen worden“.

    In der Folge bestellte das US-Verteidigungsministerium den damaligen Vatikanbotschafter, Kardinal Christophe Pierre, ein. Einem Bericht des US-Portals The Free Press zufolge wurde Pierre in höchst angespanntem Klima mit der Papstrede konfrontiert. Dabei soll von US-Seite der Gehorsam des Vatikans sowie bedingungslose Unterstützung der US-Außenpolitik eingefordert worden sein. Ein Pentagon-Beamter habe sogar auf das Avignoner Papsttum (1309–1377) angespielt. Damals standen die Päpste unter der Kontrolle des französischen Königs. Offenbar ist das eine heute auch in Washington gehegte Fantasie.

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