Bayern dringt auf eine weitgehende Rücknahme der Cannabis-Legalisierung im kommenden Jahr. „Die Legalisierung von Cannabis zu Konsumzwecken war falsch – vor allem mit Blick auf den Gesundheits- und Jugendschutz“, sagte die bayerische Gesundheitsministerin Judith Gerlach unserer Redaktion. „Dieser Fehler muss 2026 korrigiert werden!“, betonte die CSU-Politikerin. Bayern dringe auf einen grundlegenden Kurswechsel und darauf, dass die Bundesregierung die Cannabis-Regelungen wieder zurücknehme.
Koalition will Folgen der Cannabis-Legalisierung bis 2028 auswerten
Die CSU hatte dies bereits im Bundestagswahlkampf gefordert. In ihrem Koalitionsvertrag hatten Union und SPD jedoch offengelassen, wie sie mit der Teillegalisierung von Cannabis umgehen werden. Dort stand lediglich: „Im Herbst 2025 führen wir eine ergebnisoffene Evaluierung des Gesetzes zur Legalisierung von Cannabis durch.“ Der erste Bericht der bis 2028 laufenden Untersuchung stellte jedoch „keinen dringenden Handlungsbedarf“ fest, wie es hieß. Eineinhalb Jahre nach der Legalisierung des Konsums stellten die Fachleute keine grundlegenden Änderungen des Rauschgiftkonsums fest. Bei Erwachsenen habe der Konsum leicht zugelegt, bei Jugendlichen sogar etwas abgenommen, hieß es im Oktober.
Die Bundesregierung will jedoch den um über 400 Prozent explodierten Handel mit medizinischem Cannabis eindämmen und hat vor einer Verschreibung einen persönlichen Kontakt zwischen Patient und Arzt verfügt, um gegen fragwürdigen Handel im Internet vorzugehen. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Hendrik Streeck, hatte sich für eine deutliche Reduzierung der erlaubten Eigenbedarfsmenge von derzeit 25 Gramm Cannabis ausgesprochen, um Drogendealern das Geschäft zu erschweren.
Cannabis-Konsum: Bayern kündigt Präventionsapp für Jugendliche an
Gerlach will nun die Suchtprävention und den Jugendschutz weiter verstärken. „Deshalb verfolgen wir auch im neuen Jahr einen möglichst restriktiven Vollzug der Regelungen des Konsumcannabisgesetzes“, kündigte sie an. „Es ist wichtig, dass insbesondere junge Menschen geschützt werden, denn für sie sind die gesundheitlichen Risiken durch den Konsum von Cannabis besonders hoch.“
Bayern setze dabei auch auf eine umfassende Aufklärung über die Risiken von Cannabis, etwa an Berufsschulen und Universitäten: „Im Jahr 2026 wollen wir zudem mit dem Projekt ,Mindzone‘ verstärkt im Uni-Party-Setting über die Gefahren von Cannabis informieren und eine Auseinandersetzung mit dem Thema anstoßen“, sagte Gerlach. Zudem lasse der Freistaat derzeit eine Smartphone-App entwickeln, mit der Jugendliche auf spielerische Weise über Drogengefahren aufgeklärt werden sollen.
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