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FDP-Parteivorsitz: Tritt Wolfgang Kubicki am Ende tatsächlich an?

Parteivorsitz

Die Hoffnung ist 74 und männlich: Will Wolfgang Kubicki Parteichef werden?

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    Hat Übung im Rechtfertigen von katastrophalen Ergebnissen: Wolfgang Kubicki (FDP) nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz.
    Hat Übung im Rechtfertigen von katastrophalen Ergebnissen: Wolfgang Kubicki (FDP) nach den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz. Foto: Michael Kappeler, dpa

    Im Mai wählen die Liberalen eine neue Führung. Nach den verheerenden Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz haben sich tatsächlich zwei Bewerber gefunden, die um den Parteivorsitz konkurrieren. Amtsinhaber Christian Dürr will weitermachen. Katastrophale Bilanz und Misstrauen aus den eigenen Reihen zum Trotz. Parteivize Henning Höne, Landes- und Fraktionschef in Nordrhein-Westfalen, fordert ihn heraus. Vor allem für Letzteren stehen die Chancen gut, das Rennen zu machen. Wäre da nicht eine große Unbekannte.

    Kubicki brachte sich schon vor einem Jahr als Lindners Nachfolger ins Spiel

    Dabei war doch eigentlich Schluss für Wolfgang Kubicki. Als die FDP bei der vergangenen Bundestagswahl aus dem Parlament flog, kündigte er das Ende seiner politischen Karriere an. Noch am Abend der Niederlage sagte er: „Ja, dann ist für mich politisch Schluss, denn ich werde in der nächsten Woche 73 Jahre alt.“ Nun, wie das bei Kubicki schon mal der Fall ist: Aussagen sind stets revidierbar. Wenige Tage nach der großen Ankündigung schlug seine Stimmung wieder um. Stattdessen brachte er sich nach Christian Lindners Rücktritt als Parteivorsitzender ins Spiel.

    Daraus wurde nichts. Christian Dürr übernahm das Amt. Kubicki ist stattdessen stellvertretender Bundesvorsitzender der FDP. Seit einem Jahr beobachtet er, wie seine Partei unter Dürr immer weiter in ihre existenzielle Krise rutscht. Höchste Zeit, sich selbst mal wieder ins Spiel zu bringen? Das muss der gebürtige Braunschweiger gedacht haben, als er vor wenigen Tagen dem Stern sagte: „Ich schließe grundsätzlich nichts aus und halte mich für vieles geeignet.“

    Von Höhenflügen und freien Fällen: Zwei Mal beobachtete er den Absturz der FDP

    Tritt Kubicki also am Ende womöglich selbst an? Während man zuletzt noch darauf wartete, für welchen der beiden Bewerber er sich aussprechen wird, lenkt er nun die Aufmerksamkeit auf seine eigene Person – ganz zur Freude vieler Liberaler. Der Mann, der der Partei seit 55 Jahren angehört, mit preußischem Gemüt und Sinn für klare Kante agiert: Der soll die Dinge jetzt richten. Die Hoffnung der Liberalen ist 74.

    Kubicki hat vieles erlebt, Höhenflüge wie freie Fälle. Seine politische Karriere nahm 1990 Fahrt auf, als er über die Landesliste Schleswig-Holsteins als Abgeordneter in den Bundestag einzog. Acht Jahre lang war er später Vizepräsident des Deutschen Bundestags.

    Das Jahr als Vize-Vorsitzender nutzte er, um ein Buch zu schreiben. Es geht um Demokratie, Freiheit, Haltung und unbequeme Debatten.

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