Es gab in Deutschland schon einfachere Zeiten, um ein Regierungsamt zu übernehmen. Die künftige Bundesregierung um Friedrich Merz wird weder von einer Welle der gesellschaftlichen Aufbruchstimmung getragen, noch kann sie sich darauf verlassen, dass Krisen von allein verschwinden werden.
Und so wird es eine der wichtigsten Aufgaben des künftigen Kanzlers sein, den Glauben an die Handlungsfähigkeit der Politik wieder wachsen zu lassen. Dass ihm das gelingt, ist alles andere als selbstverständlich.
Konservative Wähler könnten von Merz Politik enttäuscht werden
Die Tinte unter dem Koalitionsvertrag ist noch nicht ganz trocken, da werden die ersten Kompromisse bereits wieder relativiert und infrage gestellt. Anderes bleibt so sehr im Vagen, dass viele Hoffnungen vor allem von konservativen Wählern enttäuscht werden könnten. Der Bereich Migration ist nur ein Beispiel dafür. Denn so kraftvoll die Passagen auf dem Papier auch wirken mögen, in der Realität könnten sie schnell am Europarecht scheitern.
Wie weit ist die SPD bereit zu gehen?
Und auch die Frage, wie weit die SPD bereit ist zu gehen, wenn es tatsächlich zum Schwur kommt, bleibt offen. Es ist inzwischen zur Binse geworden, doch das macht es nicht weniger wahr: Ohne ein abgestimmtes europäisches Vorgehen werden die Flüchtlingszahlen auf Dauer nicht sinken.
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