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Handwerkspräsident bietet entlassenen Autoarbeitern neue Jobs

Wirtschaft

Handwerkspräsident wirbt um arbeitslose Industriearbeiter

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    Handwerkspräsident Jörg Dittrich freut sich auf neue Kollegen aus der Industrie und den Einsatz von Robotern auf der Baustelle.
    Handwerkspräsident Jörg Dittrich freut sich auf neue Kollegen aus der Industrie und den Einsatz von Robotern auf der Baustelle. Foto: Michael Kappeler, dpa

    Das Handwerk steht bereit, entlassene Industriearbeiter aufzunehmen. Zum Auftakt der Internationalen Handwerksmesse IHM in München warb Handwerkspräsident Jörg Dittrich gezielt um diese Arbeitskräfte. „In der Vergangenheit hat ein Wechsel aus der Industrie ins Handwerk häufig nicht funktioniert, weil die Löhne in der Industrie viel höher oder die Tätigkeiten nicht vergleichbar waren. Doch bei den Löhnen hat sich im Handwerk in den vergangenen Jahren viel getan, sie sind spürbar gestiegen“, sagte Dittrich im Interview mit unserer Redaktion. Er verwies auf eine Umfrage im Auftrag seines Verbandes, wonach die Hälfte der Deutschen sagt, im Handwerk würden gute Löhne gezahlt. „Es gibt Perspektiven für Beschäftigte aus der Industrie, wenn sie in unsere Betriebe wechseln wollen“, meinte Dittrich.

    Während die deutschen Vorzeigebranchen Auto, Chemie und Maschinenbau mehr als 100.000 Stellen abgebaut haben, suchen Handwerksbetriebe händeringend nach Personal. „Die Fachkräftesicherung ist ohne Frage ein Riesenthema“, sagte der Handwerkspräsident.

    Wenn der Roboter auf der Baustelle zum Einsatz kommt

    Auf der an diesem Mittwoch beginnenden Messe werden die Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik eine herausgehobene Rolle spielen. Im Gegensatz zu anderen Berufen gelten die Jobs im Handwerk als relativ KI-sicher. Jörg Dittrich sieht die neuen Technologien als Hilfen in der täglichen Arbeit. „Ich hoffe, dass schon bald die ersten menschenähnlichen Roboter auf Baustellen oder in Werkstätten eingesetzt werden“, sagte er. Sie könnten etwa die Werkzeugkiste tragen, Material schleppen oder bei körperlich belastenden Tätigkeiten unterstützen. In den Unternehmen überwiege die Neugier auf die Möglichkeiten von KI oder Robotern. 

    Der Autohersteller BMW setzt auf Roboter in der Produktion. Ziel des Einsatzes soll laut sein, unangenehme oder gefährliche Arbeiten an Roboter auszulagern.
    Der Autohersteller BMW setzt auf Roboter in der Produktion. Ziel des Einsatzes soll laut sein, unangenehme oder gefährliche Arbeiten an Roboter auszulagern. Foto: Ken Achluchtmann, BMW

    Auf der Messe werden Dittrich und die anderen Vorsitzenden der Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) treffen. Der Handwerkspräsident ist mit den bisher beschlossenen Wirtschaftsreformen der Regierung unzufrieden. Er hat zwei Kernforderungen an den Kanzler: Die Lohnzusatzkosten dürfen keinesfalls weiter nach oben gehen und die Bürokratie muss entheddert werden. „Diese Kernerwartungen werden wir dem Kanzler auf der Messe erneut mitgeben.“ Bisher verliere sich die schwarz-rote Koalition im Detail und Kleinklein.

    Für das laufende Jahr hat sich die Bundesregierung die Reform der Sozialsysteme vorgenommen, also von Rentenversicherung, Pflegekasse und Gesundheitswesen. Kommissionen mit Fachleuten erarbeiten dafür Vorschläge. Während die CDU für merkliche Einschnitte in den Sozialstaat plädiert, will die SPD ein hohes Schutzniveau trotz davoneilender Kosten erhalten. „Deutschland muss zur Höchstform auflaufen“, hatte Merz kürzlich auf dem CDU-Parteitag appelliert. Er räumte ein, dass das nach der Amtsübernahme versprochene Reformtempo bislang nicht eingelöst werden konnte.

    Die großen Probleme der deutschen Wirtschaft

    Die Wettbewerbsfähigkeit des Landes leidet unter wuchernden Vorschriften, teurer Energie, fehlenden Fachkräften und hohen Lohnstückkosten. Nach Jahren des Abschwungs wird für das laufende Jahr ein moderates Wirtschaftswachstum erwartet, das aber maßgeblich auf der hohen Neuverschuldung und einigen zusätzlichen Arbeitstagen beruht, weil Feiertage auf das Wochenende fallen.

    In München werden 800 Aussteller aus 40 Ländern ihr handwerkliches Können zeigen – von den Gärtnern im beginnenden Frühling, über die Konditormeister bis hin zu modernen Möbeln aus den Werkstätten der Schreiner. Im vergangenen Jahr schauten sich das rund 85.000 Messegäste an.

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