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Influencer in Krisengebieten haben auch Anspruch auf Hilfe

Kommentar

Auch Influencer in Dubai verdienen Mitgefühl statt Häme

Sarah Schöniger
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    Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff, ist im Hintergrund zu sehen, während Flugzeuge der Emirates nach der Schließung des Flughafens auf dem Dubai International Airport geparkt sind.
    Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff, ist im Hintergrund zu sehen, während Flugzeuge der Emirates nach der Schließung des Flughafens auf dem Dubai International Airport geparkt sind. Foto: Altaf Qadri, dpa (Symbolbild)

    Nerviger Influencer hin oder her: Wenn Krieg ausbricht, gehören auch ausgewanderte Social-Media-Sternchen zu den potenziell Gefährdeten – genau wie Urlauberinnen oder Geschäftsreisende. Die USA und Israel haben den Iran angegriffen; Vergeltungsschläge des Iran treffen nun Städte im Nahen Osten wie Abu Dhabi oder Dubai.

    Wenn Bomben fallen, Drohnen sirren und Häuser brennen, ist ein Mindestmaß an Mitgefühl angebracht. Dabei ist es egal, ob mich die Social-Media-Beiträge genervt haben, ob die Personen es „hätten besser wissen können“ oder ob sie zuvor eine autoritäre Regierung gelobt haben. Immerhin befinden sich Menschen in Gefahr.

    Konflikte oder Naturkatastrophen können immer und überall auftreten

    Zumal es zuvor keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts gab. Dementsprechend müsste man dann auch fragen, wer so „naiv ist“ und zur Fußball-WM fährt: In Mexiko brachen erst vor einer Woche Unruhen wegen eines getöteten Drogenbosses aus. Und Amokläufe in den USA sind keine Seltenheit. Sollte niemand mehr nach Los Angeles oder nach Australien ziehen, weil dort so häufig Waldbrände wüten? Und müsste man die Amalfiküste als Urlaubsort streichen, weil der Vesuv immer noch aktiv ist? Überall auf der Welt kann es gefährlich werden, sei es durch Konflikte oder Naturkatastrophen. Daher ist es egal, wie jemand in Notlage gerät: Man sollte hoffen, dass er oder sie unbeschadet wieder herauskommt.

    Wer deutsche Staatsangehörige in Krisengebieten pauschal sich selbst überlassen will, stellt nicht nur Mitgefühl, sondern auch einen Grundsatz des Rechtsstaats infrage: In Krisen haben deutsche Staatsbürger Anspruch auf konsularische Unterstützung. Unser demokratisches Rechtssystem schützt auch Menschen, deren Entscheidungen man für dumm hält.

    Hierzulande werden die Teile der Bevölkerung, die autoritäre Systeme wie Russland oder China befürworten, trotzdem von Polizei und Staat in ihren Freiheitsrechten geschützt. Nicht, weil man ihre Positionen teilt, sondern weil Rechte nicht nach politischer oder sozialer Zugehörigkeit verteilt werden.

    Hilfe in Notlagen im Ausland ist ein Recht deutscher Staatsangehöriger

    Konsularische Hilfe in Krisen folgt einer ähnlichen Logik. Wer das prinzipiell infrage stellt, stellt den Grundgedanken des Rechtsstaats infrage. Hilfe in Notlagen entscheidet sich nicht durch Sympathie oder Moral, sondern ist ein Prinzip: Der Staat lässt seine Staatsangehörigen nicht fallen, nur weil sie Fehler gemacht haben.

    Und als Deutsche oder Deutscher darf man natürlich hoffen, dass manche aus so einer Situation lernen und Freiheiten künftig mehr schätzen. Aber sich zu wünschen, dass sie leiden, keine Hilfe erhalten oder verletzt werden, ist einfach grausam.

    Haben Influencer in Dubai unser Mitleid verdient? Zu dieser Frage haben unsere Autorin und unser Autor ganz gegensätzliche Meinungen. Die Gegenrede in unserem Pro und Contra lesen Sie hier:

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