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Kommentar: Trump ist kein Meister des Deals, sondern der Zerstörung

Kommentar

Trump ist kein Meister des Deals, sondern der Zerstörung

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    Proteste gegen Donald Trump in Minneapolis.
    Proteste gegen Donald Trump in Minneapolis. Foto: Yuki Iwamura, AP/dpa

    Donald Trump geht es um Donald Trump. Das erklärt im Kern seine Politik der zweiten Amtszeit, die nahtlos an der ersten anknüpft. Der US-Präsident hängt weder einer Ideologie an noch hat er die Geduld, nachhaltige Strukturen zu schaffen. Er folgt seinen Launen, die täglich wechseln können.

    Eine der wenigen Konstanten ist ein Streben nach Bereicherung. Die Welt ist für Trump ein Selbstbedienungsladen, in dem er sich kraft Amtes holt, was er will: persönlich und politisch. Er bewundert skrupellose Führer, die genauso handeln, und begnadigte gleich reihenweise verurteilte Straftäter, die sich mit Lügen und Betrügen die Taschen gefüllt haben.

    Trump ist von Größenwahn und Narzissmus getrieben

    Ein weiteres Leitmotiv seiner Präsidentschaft ist ein von Größenwahn begleiteter Narzissmus. In der zweiten Amtszeit kann er ihn unkontrolliert ausleben, weil er nur noch von Ja-Sagern umgeben ist. Trump lässt Gebäude und Schiffe nach sich benennen. Er erwägt ernsthaft, seinen Kopf neben den berühmtesten vier US-Präsidenten im ikonischen, in Felsen gehauenen Monument Mount Rushmore verewigen zu lassen, und nimmt Auszeichnungen an, die eigens für ihn erfunden wurden.

    Dazu gesellen sich bei Trump Impulse, die Rassismus anklingen lassen. Diese zeigen sich in seiner Obsession gegen Inklusionsprogramme, in Massendeportationen von Einwanderern und im Versuch, die Geschichte der Sklaverei und das Ende der Rassentrennung umzuschreiben. Nicht zu vergessen der Aufmarsch der Nationalgarde in Städten mit großen nicht-weißen Bevölkerungsanteilen, etwa zuletzt in Minneapolis.

    Da Trump im Kongress keine ausreichenden Mehrheiten hat, Gesetze zu beschließen, hat Trump im ersten Jahr mehr Dekrete unterschrieben als andere Präsidenten in ihrer gesamten Amtszeit.

    Trump ist am Ende weniger mutig, als es scheint

    Dabei regiert der ehemalige Reality-TV-Star vor allem mit Showeffekten. Ein typisches Beispiel war die Scheinbehörde DOGE. Ohne gesetzliche Grundlage ließ sie willkürlich die Abrissbirne schwingen, bis Elon Musk und Trump sich überwarfen.

    Die Liste lässt sich fortsetzen. Außer seiner Verdienste bei der Beendigung des Gazakriegs hält so gut wie keine seiner vermeintlichen Großtaten einer kritischen Überprüfung stand: Weder sein angeblich halbes Dutzend Friedensabkommen, die Trump ausgehandelt haben will, noch der Anbruch goldener Zeiten durch massive Zölle oder Befriedung amerikanischer Großstädte.

    Besonders mutig geht Trump bei alldem nicht vor. Weil er bei Widerstand verlässlich zurückweicht, gibt es dafür schon eine Redewendung: „TACO - Trump Always Chickens Out“ auf Deutsch „Trump zieht immer den Schwanz ein.“ Ein Umstand an den sich die Europäer angesichts des Streits um Grönland erinnern sollten. Gefährlich ist Trump dennoch, denn er ist kein Meister des Deals, sondern der Zerstörung. Was er anfasst, droht zu zerfallen. Von persönlichen Beziehungen bis hin zu internationalen Strukturen.

    Mit Trump droht ein Rückfall in Zeiten des 19. Jahrhunderts

    Grönland ist nur das jüngste Beispiel. Für einen persönlichen Triumph könnte Trump sogar das Ende der Nato in Kauf nehmen. Sowie er auch für lukrative Geschäfte mit Moskau bereit scheint, die Souveränität der Ukraine und Sicherheit Europas zu gefährden.

    Einflusszonen nach dem Vorbild des durch Kolonialismus und Imperialismus geprägten 19. Jahrhunderts scheinen ihm wichtiger als auf Werten basierte Bündnisse. Mit seiner Politik zerstört Trump das Fundament der transatlantischen Gemeinschaft, den Freihandel und die freiheitliche Ordnung, für die Amerika einmal stand. Dieser Präsident ist ein Desaster für die Vereinigten Staaten, Europa und den Rest der Welt.

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