Der Westen war noch nie das, was er in Sonntagsreden vorgegeben hat, zu sein. Er scheiterte an seinen eigenen moralischen Ansprüchen. Er war sich oft genug nur einig darin, sich nicht einigen zu können. Doch allen Schwächen zum Trotz war das Band, das jene Länder verband, die das Grundverständnis über den Zustand der Welt teilen, stärker als alles Trennende. Bis heute. Nun hat Donald Trump die Schere herausgeholt. Die Ordnungsmacht wird zum Chaosstifter. Nicht nur sein eigenes Land baut er ohne Rücksicht auf Justiz und politische Konventionen um. Auch an die internationalen Beziehungen legt er Hand an. Das, was der US-Präsident durch sein Handeln ausgerufen hat, ist die eigentliche Zeitenwende unserer Tage. Die Europäer können sich nicht mehr auf Washington verlassen. Mehr noch: Sie müssen damit rechnen, dass Trump ihnen massiv schadet, sobald sie ihm unterwürfigen Gehorsam verweigern.
Trump wird zum Sprachrohr des Kreml
Das bekommt im Moment besonders hart Selenskyj zu spüren. Trump spricht, als habe ihm der Kreml einen Stichwortzettel übergeben. Das imperiale Auftreten Putins scheint dem US-Präsidenten zu imponieren. Dass Selenskyj ihm nicht die Seltenen Erden, über die die Ukraine verfügt, überlassen will, ärgert ihn hingegen. „America first“ hat Trump ausgerufen. Was auf den weiteren Plätzen kommt? Ganz lange gar nichts.
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