Christian Lindner sitzt in der Falle. Selbst wenn er den Grünen und der SPD noch ein paar Monate mehr mit Atomstrom oder einen kurzzeitigen Weiterbetrieb des dritten noch laufenden Reaktors abringen könnte: Gemessen an dem, was die FDP mit guten Argumenten fordert, wird ihr Vorsitzender trotzdem wie der Verlierer des Atomstreits in der Ampel dastehen.
Jeder Blackout geht auf das Konto von Habeck
Längere Laufzeiten, hat Lindner gesagt, seien eine Frage der Physik und keine der Politik. Tatsächlich geht es inzwischen nur noch um Politik. Dass die Grünen ausgerechnet an dem Wochenende an ihrem Anti-Atom-Dogma rütteln, an dem sie sich zu ihrem Parteitag treffen, ist so gut wie ausgeschlossen. Würde Robert Habeck den Liberalen noch Zugeständnisse machen, säße er in der Falle, in der jetzt der Finanzminister sitzt – weil er nicht liefern würde, was seine Partei von ihm erwartet. Den Mut, sich offen gegen sie zu stellen und die Sicherheit der Energieversorgung über das programmatische Wohlbefinden der Öko-Partei zu stellen, hat er nicht. Das freut die Grünen – und schadet dem Land. Es ist ein riskanter Kurs, den Habeck da fährt. Jeder Blackout ist in Zukunft sein Blackout.